Waren aus Südhessen sehr gefragt

Regionaler Außenhandel im Aufwind

Im ersten Quartal 2017 hat die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar 8.703 Außenhandelsdokumente ausgestellt. Das ist das bisher beste Quartalsergebnis und ein Plus von 5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.  

 

Pressemeldung Nr. 22 vom 1. Juni 2017

„Der Außenhandel in Südhessen hat im ersten Quartal 2017 das hohe Niveau des Vorjahres trotz aller Turbulenzen nochmals übertroffen“, sagt Axel Scheer, Experte für Außenhandel bei der IHK Darmstadt. Der Auslandsumsatz des verarbeitenden Gewerbes im Bezirk der IHK Darmstadt ist seit 2009 um 36 Prozent gewachsen. Die Exportquote liegt bei 54 Prozent und somit über dem Bundesdurchschnitt von 50 Prozent. Die hessischen Exporte generell – gesonderte Zahlen für Südhessen gibt es hier nicht – betrugen nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes im ersten Quartal 15,4 Milliarden Euro (2016: 14,8 Milliarden Euro) und legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent zu. Importiert wurden Waren im Wert von 23,9 Milliarden Euro (2016: 20,6 Milliarden Euro) und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Treibende Branchen waren vor allem die chemische und pharmazeutische Industrie aber auch der Automobilbau, der Maschinenbau sowie elektrotechnische Erzeugnisse. „Die Eurozone ist unbestrittener Kernmarkt der Unternehmen. Wir können davon ausgehen, dass 95 Prozent unserer Exportunternehmen dort aktiv sind“, so Scheer. Aber auch in den anderen Ländern der Europäischen Union (EU) sowie in Norwegen und in der Schweiz sind Waren aus unserer Region sehr gefragt.


USA weiter wichtigster Markt – China boomt

Hessen exportierte 2016 Waren im Wert von 7,1 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Damit war die USA mit einem Anteil von 12,1 Prozent der bedeutendste Abnehmer hessischer Waren. Die Exporte in die USA betrugen im ersten Quartal dieses Jahres 1,75 Milliarden Euro und sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Prozent zurückgegangen. Im Gegensatz dazu haben die Importe kräftig zugelegt. Importiert wurden seit Januar Waren im Wert von 2,17 Milliarden Euro (2016: 1,86 Milliarden Euro; ein Plus von fast 17 Prozent). „Der US-amerikanische Markt ist für die südhessischen Unternehmen auch zukünftig immens wichtig. Die wirtschaftlichen Verflechtungen sind eng. Allerdings bleibt abzuwarten, wie sich die Wirtschaftspolitik der USA entwickelt“, sagt Scheer. Über 200 Unternehmen aus dem Bezirk der IHK Darmstadt haben aktive Wirtschaftsbeziehungen in die Vereinigten Staaten. Mindestens 31 Unternehmen sind mit einer Niederlassung oder Produktionsstätte in den USA vertreten.
Zweitwichtigster Abnehmer bleibt weiterhin Frankreich. Im ersten Quartal wurden Waren im Wert von 1,26 Milliarden Euro exportiert (plus 6 Prozent) und für 1,3 Milliarden Euro importiert (plus 12 Prozent).
Verstärkt in den Fokus südhessischer Unternehmen ist China gerückt. Die Ausfuhren dorthin haben bereits 2016 um 11 Prozent zugelegt. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres sind diese Werte nochmal gestiegen. Von Januar bis März wurden Waren im Wert von knapp einer Milliarden Euro nach China exportiert. Das ist ein Plus von 30 Prozent. Importiert wurden Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro (2016: 2,1 Milliarden Euro; ein Plus von 33 Prozent).


Einbußen beim Export nach UK

Die Exporte ins Vereinigte Königreich (UK) sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent zurückgegangen. Im Gegensatz dazu haben die Importe um fast eine Milliarde Euro deutlich zugelegt. Die Auswirkungen des angekündigten Brexit spiegeln sich bereits in der aktuellen Bewertung der geschäftlichen Lage wieder. „Nur ein Viertel, der von uns für eine aktuelle Studie  befragten Unternehmen, berichtet über eine gute Geschäftslage in Großbritannien. Fast ein Viertel beurteilt die aktuelle Geschäftssituation als schlecht“, so Scheer. Großbritannien ist der drittwichtigste Handelspartner für Südhessen. Knapp 7 Prozent aller südhessischen Exporte gingen 2016 in das Vereinigte Königreich. Rund 250 südhessische Unternehmen haben Geschäftsbeziehungen dorthin.