Mechatroniker/Mechatronikerin

Betrieblicher Auftrag

Nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Mechatroniker/zur Mechatronikerin vom 21. Juli 2011 ist in der Abschlussprüfung Teil 2 im Prüfungsbereich „Arbeitsauftrag“ in der Variante „a“ ein betrieblicher Auftrag zu bearbeiten und zu dokumentieren sowie in höchstens 30 Minuten hierüber ein Fachgespräch zu führen.

 

Antrag für den betrieblichen Auftrag:

  • Der zeitliche Rahmen zur Bearbeitung des betrieblichen Auftrags ist mit maximal 20 Stunden festgelegt. Der Zeitraum für die Durchführung muss bei der Sommerprüfung zwischen 1. März und 15. Mai und bei der Winterprüfung zwischen 15. September und
    30. November liegen.
     
  • Der Antrag zur Genehmigung eines betrieblichen Auftrages besteht aus folgenden Teilen:
     
    1. Deckblatt mit persönlichen Daten, Thema, geplanter Durchführungszeitraum, Kontaktdaten Betreuer/in und Unterschriften
    2. Ausführliche Auftragsbeschreibung, die die voraussichtlichen Tätigkeiten aller vier erforderlichen Qualifikationsbereiche (Information/Lösungsauswahl, Planung, Durchführung/Kontrolle und Übergabe/Einweisung) und aller nachzuweisender Qualifikationen (siehe Beurteilungsmatrix) beschreibt
    3. Beschreibung des Auftragsumfelds mit einer ausführlichen Beschreibung des Arbeitsplatzes und der Schnittstellen zu den mit dem Auftrag in Verbindung stehenden betriebsinternen und/oder externen Fachabteilungen, Regelwerken, Vorschriften usw.
    4. Benennung der Visualisierungsmittel für die Vorstellung des Auftrages im Rahmen des Fachgespräches
    5. Hinweisblatt zur Beurteilungsmatrix
    6. Beurteilungsmatrix mit der Nennung der Dokumente zum operativen und kooperativen Handeln (Beispiele siehe Rückseite) und den geplanten Zeitbedarfen pro Qualifikationsbereich
    7. Nach Möglichkeit ein aussagekräftiges Bild oder eine Zeichnung zur Darstellung des betrieblichen Auftrages
     
  • Betriebsinterne Abkürzungen müssen für Außenstehende verständlich dargestellt werden.
  • Das Antragsformular besteht aus fünf DIN A 4 Seiten. Sie können es hier herunterladen.
    Antragsformular als PDF-Datei
    Antragsformular als Word-Datei
  • Der Antrag ist in fünffacher Ausfertigung zusammen mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung bis spätestens
    1. Februar für die Sommerprüfung
    1. September für die Winterprüfung
    bei der IHK Darmstadt einzureichen. Verspätet eingereichte Anträge können nicht berücksichtigt werden.
  • Der Prüfungsausschuss entscheidet in der Regel innerhalb von zwei Wochen nach dem oben genannten Termin über die Genehmigung oder Ablehnung des Antrags. Die Prüfungsteilnehmer/-innen werden schriftlich über die Entscheidung informiert.
  • Wird ein Antrag für den betrieblichen Auftrag vom Prüfungsausschuss vollständig oder teilweise abgelehnt, erhält der Antragsteller/die Antragstellerin eine schriftliche Begründung mit gleichzeitiger Aufforderung, bis zu einem von der IHK festgesetzten Termin einen neuen oder geänderten Antrag einzureichen.

Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen

Die Ausführung des betrieblichen Auftrages ist mit praxisbezogenen Unterlagen zu dokumentieren. „Praxisbezogen“ heißt in diesem Zusammenhang, dass die Unterlagen Verwendung finden, die in der Praxis des Betriebes üblich sind oder für die Prüfung so gestaltet werden, dass sie der betrieblichen Praxis möglichst nahe kommen. Die praxisbezogenen Unterlagen müssen so ausgewählt werden, dass auf ihrer Basis im Fachgespräch die zu prüfenden Qualifikationen bewertet werden können. Dabei geht es zum Beispiel nicht um die Qualität einer Einzeltätigkeit (beispielsweise eines Montageschrittes), sondern um die Qualität des Ablaufes (den Arbeitsprozess) einer kompletten Montage und deren zweckmäßiger Organisation. Der Prüfling soll die Durchführung des betrieblichen Auftrages in jedem der vier Qualifikationsbereiche mit Unterlagen belegen, die jeweils in einem operativen und einem kooperativen Handlungsbezug stehen, also mit insgesamt mindestens acht Dokumenten.

Beispiele für praxisbezogene Unterlagen

 
Information - operatives Handeln:
  • Datenblätter der verbauten elektrischen, mechanischen und steuerungstechnischen Elemente
  • Angebote, Kostenvoranschläge, Änderungsaufträge
 
Information - kooperatives Handeln:
  • Abstimmungs- oder Informationsgespräche (Gesprächsnotiz)
  • Terminabsprachen (Gesprächsnotiz)
  • Gefährdungsbeurteilungen, Umwelt- und/oder Sicherheitsdatenblätter
 
Planung - operatives Handeln:
  • Material- oder Stücklisten
  • Schaltungsunterlagen, Schaltungsänderungen
 
Planung - kooperatives Handeln:
  • Bestellunterlagen (z.B. Magazinentnahmescheine oder externe Bestellungen)
  • Auftrag zur Schaltungsänderung (Änderungsformular)
  • Auftragsvergabe an Fremdfirmen
  • Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen, DIN-, ISO-, VDE-Vorschriften
 
Durchführung - operatives Handeln:
  • Verdrahtungs-, Anschluss-, Aufbau-, Anordnungs-, Funktionspläne
  • Pneumatik- und/oder Hydraulikpläne
  • Technische Zeichnungen, Explosionszeichnungen
  • Steuerungspläne (z.B. Grafcet)
 
Durchführung - kooperatives Handeln:
  • Prüf- und/oder Inbetriebnahmeprotokoll
  • BGV-A3- oder VDE-Prüfprotokoll
  • Sicherheitsunterweisung
 
Kontrolle - operatives Handeln:
  • Zeit- und Leistungsnachweis
  • Abnahme- und/oder Übergabeprotokoll
 
Kontrolle - kooperatives Handeln:
  • Übergabenachweis, Auftragsbegleitpapiere
  • Einweisungen (Gesprächsnotiz)
  • Abschlussgespräch (Gesprächsnotiz)
 
Alle Gesprächsnotizen müssen die Unterschriften des Prüflings und des Gesprächspartners tragen!