Erste berufliche Auslandserfahrungen

Ausbildung teilweise im Ausland

Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung
Das Berufsbildungsgesetz sieht vor, dass Auslandsaufenthalte Bestandteil der Ausbildung sein können. Sie werden auf freiwilliger Basis im Berufsaus- bildungsvertrag vereinbart.
Die Zeit im Ausland kann bis zu einem Viertel der Ausbildungsdauer betragen. Durch Ausbildungsabschnitte bei Partnern im Ausland können die Betriebe ihre Ausbildung attraktiver machen und ihren künftigen Fachkräften inter- nationales Know-how vermitteln.
Wichtig ist, dass der Auszubildende für die Zeit des Auslandsaufenthalts eine Befreiung von der Berufsschulpflicht beantragt, hierauf besteht ein Anspruch. Der Azubi muss im Ausland keine vergleichbare Berufsschule besuchen, er kann die Ausbildung auch ausschließlich im Betrieb fortsetzen. Den ver- säumten Berufsschulstoff muss er allerdings „privat” nachholen.
Ist der vorgesehene Auslandsaufenthalt schon bei Vertragsabschluss bekannt, kann dies bereits im Ausbildungsvertrag unter Ziffer D aufgenommen werden. Spätere Entscheidungen für einen Auslandsaufenthalt müssen durch eine gemeinsame Vertragsänderung vereinbart werden.
Für Auslandsaufenthalte über vier Wochen ist ein gesonderter Ausbildungs- plan für den Auslandsaufenthalt mit der IHK abzustimmen, damit sichergestellt ist, dass die wesentlichen Ausbildungsinhalte vermittelt werden. Der Plan kann auch ein spezieller Vertrag zwischen dem Ausbildenden und dem aufnehmenden Betrieb sein; darin werden die Rechte und Pflichten der Beteiligten, aber auch Ausbildungsinhalte festgelegt.
Am Ende eines Auslandaufenthaltes sollten Auszubildende darauf achten, ihre während des Aufenthalts erworbenen Qualifikationen und Fähigkeiten zu dokumentieren. Hierfür gibt es den "Europass Mobilität" der EU. Er bescheinigt in detaillierter Form Art und Inhalte eines Auslandspraktikums.
ERASMUS+ fördert Mobilität
In der Europäischen Union gibt es für die Organisation und Finanzierung eines Auslandsaufenthaltes zu Ausbildungszwecken finanzielle Unterstützung durch das EU-Förderprogramm Erasmus+ (früher: Leonardo da Vinci). Koordinierende Einrichtung für die Vergabe der Fördergelder ist die "Nationale Agentur" beim Bundesinstitut für Berufsbildung.
Der Europaservice der Agentur für Arbeit informiert über Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten im europäischen Ausland. Zusätzlich findet man hier die Telefonnummer der Europa- und Auslandshotline, wo man sich persönlich beraten lassen kann. Auf den Seiten der Initiative „Ausbildung plus” werden internationale Ausbildungsprojekte und Auslandspraktika angezeigt.
Auszubildende der IHK Darmstadt in Großbritannien
Die IHK Darmstadt, die selbst Ausbildungsbetrieb ist, hat es einmal für die Förderrunde 2012/2014 ausprobiert. In vier Runden waren unsere Auszu- bildenden Kaufleute Bürokommunikation jeweils für vier Wochen bei der Partnerkammer im englischen Chesterfield zu Gast und haben die dortige Arbeitswelt kennengelernt.
Über die Vor- und Nachbereitung der Bildungsmaßnahme hat die IHK ein Tagebuch geführt, das Unternehmen helfen kann, selbst in dieser Sache aktiv zu werden.