Unternehmen engagieren sich

Flüchtlinge integrieren über Ausbildung

Für die Integration von Flüchtlingen ist neben dem Erlernen der deutschen Sprache auch die Integration der Neuankömmlinge in den Arbeitsmarkt wichtig. Hier kommt die IHK Darmstadt ins Spiel, die nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Seminar speziell für Ausbilder von Flüchtlingen

Um Unternehmen zu unterstützen, die Flüchtlinge ausbilden, bietet die IHK Darmstadt das Seminar "Der Ausbilder als Mentor für Flüchtlinge - Deutsch am Arbeitsplatz" an.

Infobroschüre für Flüchtlinge

In der neuen IHK Broschüre wird der Bewerbungsprozess für Ausbildungen bei Mitgliedsunter-nehmen verdeutlicht. Außerdem ist sind Vorteile des dualen Systems und eine Auswahl von 2-jährigen Ausbildungsberufen zu finden. 

Das Integrationsgesetz

Am 8. Juli 2016 wurde das Integrationsgesetz verabschiedet. Für Unternehmer, die Flüchtlinge beschäftigen, hat das Netzwerk für Integration in einem Merkblatt zusammengestellt, was sich für sie ändert.

IHK-Aktionsprogramm für Flüchtlinge

Flüchtlinge in die Berufsausbildung vermitteln

Spracherwerb, Qualifizierung oder Ausbildung und anschließender Einstieg in den Beruf ist der Königsweg für die Integration von Flüchtlingen. Im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms der IHK-Organisation „Ankommen in Deutschland - Gemeinsam unterstützen wir Integration“ hat die IHK Darmstadt einen Fünf-Punkte-Aktionsplan entwickelt. 
Was bisher umgesetzt wurde, haben wir hier zusammengestellt (Stand Juni 2017):

1. Unternehmen informieren und beraten

  • Die Ausbildungsberater und Bildungscoaches betreuen IHK-Mitgliedsunternehmen im Kammerbezirk Südhessen. Hierbei konnten seit Ende 2015 ständig neue Unternehmen, die freie Stellen mit Flüchtlingen besetzen wollen, akquiriert werden. Rund 240 Unternehmen haben sich bereit erklärt, über 500 Praktika, Einstiegsqualifizierungen (EQ) und Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.
  • Seit Beginn 2016 unterstützen zwei zusätzliche Flüchtlingskoordinatoren Ausbildungsbetriebe bei sämtlichen Fragen zum Arbeits- und Asylrecht.
  • Im Dezember 2016 fand eine Infoveranstaltung mit rund 150 Vertretern aus der Politik und Wirtschaft für den verbesserten Austausch in der IHK Darmstadt statt. Hierbei konnten Unternehmen, die schon Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen haben, andere potenzielle Arbeitgeber überzeugen.

2. Jungen Flüchtlingen Orientierung in unserer Berufswelt geben und Praktika vermitteln

  • Die Ausbildungsberater der IHK Darmstadt kontaktierten Lehrer der sogenannten InteA-Klassen (InteA steht für Integration durch Ausbildung) und besuchte deren Unterricht. Das Ziel war, Perspektiven aufzuzeigen und über das Thema duale Berufsausbildung zu informieren.
  • Durch die Teilnahme und Initialisierung von Netzwerkveranstaltungen mit und für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer konnte auf das Angebot der IHK Darmstadt aufmerksam gemacht werden.
  • Durchgehend fanden Beratungsgespräche statt, um die Eignung der Bewerber festzustellen. Diese wurden in einem Test (Mathe- und Deutschkenntnisse sowie Logikverständnis) geprüft. Neben der Feststellung von Kenntnissen wurden stets die individuellen Berufswünsche der Flüchtlinge berücksichtigt.

3. Flüchtlinge in Einstiegsqualifizierung und Ausbildung vermitteln

  • Im Herbst 2016 wurde ein „Azubi-Speed-Dating für Flüchtlinge“ mit rund 20 ortsansässigen Betrieben und circa 50 Flüchtlingen durchgeführt. Je Betrieb konnten drei Vorstellungsgespräche geführt werden, um eine Vermittlung in Praktika, EQ oder Ausbildung zu gewährleisten.
  • Die Flüchtlingskoordinatoren vermitteln proaktiv Flüchtlinge in Praktikum, EQ oder Ausbildung. Bis Ende 2016 begannen 50 Flüchtlinge ein Praktikum, eine EQ und/oder Ausbildung. Im Jahr 2017 werden voraussichtlich 100 weitere Vermittlungen folgen.
  • Das Ziel der IHK Darmstadt entspricht der langfristigen und qualifizierenden Beschäftigung von Flüchtlingen. Offene Fragen (Erstattung von Fahrtkosten, Wohnsitzauflagen oder beispielsweise ausbildungsbegleitende Hilfen) werden zusammen mit Partnerorganisationen bearbeitet.

4. Unternehmen bei der Qualifizierung und Ausbildung von Flüchtlingen unterstützen     

  • Einige Unternehmen im Kammerbezirk sind bereits von der Mitarbeit eines berufserfahrenen Flüchtlings überzeugt. Im Rahmen des Projektes „Pro Abschluss“ beraten die IHK-Bildungscoaches zukünftig zur Nachqualifizierung von Menschen mit Migrationshintergrund.
  • Die IHK Darmstadt informiert über Möglichkeiten zur Förderung von kleinen und mittelständischen Ausbildungsbetrieben. Hierzu gehört zum Beispiel „gut ausbilden“, finanziert durch das Regierungspräsidium Kassel. Das Angebot umfasst Nachhilfeunterricht und eine Prüfungsvorbereitung für Flüchtlinge, genauso wie die Hilfe für Betriebe beim Erlangen der Ausbildereignung.
  • Best-Practice-Beispiel: Die Adam Opel AG hat sogenannte Qualibausteine entwickelt und diese im Herbst 2016 von der IHK zertifizieren lassen. Diese entsprachen inhaltlich dem Berufsbild des Industriemechanikers. Nach jedem Baustein erhielt der Teilnehmer ein IHK-Zeugnis. Die Summe aller Bausteine konnte dann in Verbindung mit Berufserfahrung zu einer externen Abschlussprüfung führen.

5. Flüchtlinge beim Spracherwerb unterstützen

  • Die IHK hat im Jahr 2016 einen Pilot-Deutschkurs durchgeführt, der wissenschaftlich begleitet wurde. Mit dem Fokus auf das deutliche Sprechen, unterstützte das pädagogische Konzept den Austausch der Teilnehmer bezüglich Themen wie dem beruflichen Werdegang.
  • Auch Ausbilder können seit 2017 in dem Seminar „Der Ausbilder als Mentor für Flüchtlinge - Deutsch am Arbeitsplatz“ lernen, wie zum Beispiel das Berichtsheft bei der Ausbildung gezielt zur Verbesserung der Schreibsprache eingesetzt werden kann.
IHK-Flüchtlingskoordinatoren Thomas Kratz und Katharina Moers beraten Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen möchten. Sie vermitteln außerdem Flüchtlinge an Betriebe, organisieren passende Nachqualifizierungen oder notwendige Sprachkurse.
Wenn Sie in Ihrem Umfeld Flüchtlinge kennen, die an einer Ausbildung interessiert sind, dann sprechen Sie uns bitte an!
Einen Einblick in die Arbeit der IHK-Ausbildungsberater und einige Fakten zum Thema "Flüchtlinge in Südhessen" bekommen Sie in der Juniausgabe 2016 des IHK-Reports. Lesen lohnt sich!

Erklärfilme zur Dualen Ausbildung in verschiedenen Sprachen

Steuermaßnahmen zur Förderung der Hilfe

Im Schreiben des Bundesfinanzministeriums werden nachfolgende Verwaltungsregelungen erläutert: Spenden, Spendenaktionen von gemeinnützigen Körperschaften,  Maßnahmen steuerbegünstigter Körperschäften, Steuerliche Behandlung von Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen, Lohnsteuer, Aufsichtsratsvergütungen, Umsatzsteuer und Schenkungssteuer.
Ansprechpartner bei steuerlichen Fragen ist IHK-Experte Martin Proba.

Ehrenamtliche Hilfe

  • Eine der bereits aktiven Initiativen ist vom Deutschen Roten Kreuz in Darmstadt. Dort können Sie auf vielfältige Weise helfen: Entweder durch Geld- oder Sachenspenden oder auch mit Ihrer eigenen Arbeitskraft und weiterem ehrenamtlichen Engagement. Weitere Infos finden Sie unter "Downloads" oder klicken Sie einfach hier. Ansprechpartner hierzu ist das Deutsche Rote Kreuz (06151 3606 195, kommunikation@drk-darmstadt.de).
  • Eine Übersichtskarte auf der Sie aktuelle und abgeschlossene Gesuche finden können, bietet der Hessische Rundfunk hier an: Zur Übersichtskarte des Hilfebedarfs
  • Die Stadt Darmstadt ist ebenso in der Flüchtlingshilfe engagiert. Extra zu diesem Thema wurde eine Telefonnummer (06151/13-4050) und ein E-Mailpostfach (fluechtlinge@darmstadt.de) eingerichtet. Ansprechpartner hierzu ist Jörg Rupp. Ebenso finden Sie aktuelle Informationen zur städtischen Flüchtlingsthematik auf der Facebookseite der Stadt Darmstadt.

Ehrenamt und Freistellung

Externe Angebote und Projekte

  • Die "Charta der Vielfalt" hat einen Praxis-Leitfaden für Unternehmen herausgebracht. In diesem werden unter anderem folgende Informationen behandelt: Chancen und Nutzen in der Beschäftigung von Flüchtlingen, Zugang zum Arbeitsmarkt, Berufsausbildung, Praktikum, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Integrations- und Deutschkurse: http://www.charta-der-vielfalt.de/service
  • Auf Initiative der DIHK entstand das bundesweite Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Netzwerk bietet Unternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren oder engagieren wollen, Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement. Zudem liefert es Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung und ermöglicht Erfahrungsaustausch und Kooperation zwischen den Unternehmen. Zu diesem Zweck werden bundesweit in verschiedenen Regionen Veranstaltungen stattfinden, bei denen Unternehmen ihre Praxis-Beispiele und Wissen austauschen können.
    Darüber hinaus bietet eine Online-Plattform für Mitglieder die Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen. www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de
  • Sollten Sie generelle Fragen zum Thema "Flüchtlinge als Arbeitnehmer" haben, können Sie einen Blick in die Informationsbroschüre der Bundesagentur für Arbeit werfen. Zusätzlich dazu gibt es eine zentrale Telefonnummer für Fragen  zu betrieblichen Tätigkeiten und Praktika von Flüchtlingen (0228 / 713 2000).
    Kontaktdaten und die regionalen Zuständigkeiten der Teams des Arbeitsmarktzulassungsverfahrens finden Sie hier.
  • workeer ist eine bundesweite Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, die sich speziell an Geflüchtete richtet. Mit der Plattform soll ein geeignetes Umfeld geschaffen werden, in dem diese besondere Gruppe von Arbeitssuchenden auf passende Arbeitgeber trifft.
    Die Jobbörse ist als Abschlussprojekt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin entstanden: http://www.workeer.de/
  • Die Hessische Wirtschaft übernimmt Verantwortung für die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt. Mit diesem Bekenntnis haben der Hessische Handwerkstag und die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern am Donnerstag die konkreten Maßnahmenpläne der beiden Kammer-Organisationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu gehören insbesondere die Bereitstellung von 1500 Praktikumsstellen sowie die zahlreichen Vorbereitungsmaßnahmen inklusive Sprachkurse, Integrationsschulungen und das Erstellen individueller Profile der Flüchtlinge.
    Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.arbeitsgemeinschaft-hessischer-ihks.de/presse/2016/18324/index.html
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat eine Liste häufig gestellter Fragen zum Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen ins Netz gestellt: http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/ZugangArbeitFluechtlinge/zugang-arbeit-fluechtlinge-node.html

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