Unternehmen engagieren sich

Flüchtlinge integrieren über Ausbildung und Arbeit

Die Wirtschaft in Südhessen sieht in dem derzeitigen Zustrom von Flüchtlingen große Herausforderungen aber auch Chancen für den Standort. Wir möchten das klare Signal aussenden, dass Flüchtlinge in Südhessen willkommen sind. Mit der Initiative wollen wir der größer werdenden Fachkräftelücke, die schon bei fehlenden Auszubildenden anfängt, entgegenwirken. Wir wollen helfen, die Integration von arbeitswilligen und -fähigen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen und damit die Duale Ausbildung und die Wirtschaft insgesamt stärken.

Neues Seminar speziell für Ausbilder von Flüchtlingen

Die IHK Darmstadt bietet erstmals das Seminar "Der Ausbilder als Mentor für Flüchtlinge - Deutsch am Arbeitsplatz" an.

Das neue Integrationsgesetz

Am 8. Juli 2016 wurde das Integrationsgesetz verabschiedet. Für Unternehmer, die Flüchtlinge beschäftigen, hat das Netzwerk für Integration in einem Merkblatt zusammengestellt, was sich für sie ändert.

IHK-Aktionsprogramm für Flüchtlinge

Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung bringen

Spracherwerb, Qualifizierung oder Ausbildung und anschließender Einstieg in den Beruf ist der Königsweg für die Int
egration von Flüchtlingen.  Im Rahmen des bundesweiten Aktionsprogramms der IHK-Organisation „Ankommen in Deutschland – Gemeinsam unterstützen wir Integration“ hat die IHK Darmstadt einen Fünf-Punkte-Aktionsplan entwickelt. 
Was bisher umgesetzt wurde, haben wir hier zusammengestellt (Stand Juli 2016):

1. Unternehmen informieren und beraten

  • Rund 100 Unternehmen haben sich bis jetzt bereit erklärt, 200 Ausbildungsplätze, Praktika und EQ-Plätze zur Verfügung zu stellen. Bis Ende des Jahres sollen rund 500 Plätze für Flüchtlinge generiert werden.
  • Die Ausbildungsberater und Bildungscoaches schließen Unternehmen durch Beratung auf und akquirieren Plätze für Flüchtlinge. Die Ausbildungsberatung der IHK vermittelt mit zwei zusätzlichen Flüchtlingscoaches  Flüchtlinge in Praktikum, Ausbildung oder Einstiegsqualifikationen.
  • Bis Ende 2016 will die IHK Darmstadt 50 Flüchtlinge in Praktika, EQ oder/und Ausbildung vermitteln.

2. Jungen Flüchtlingen Orientierung in unsere Berufswelt geben und Praktika vermitteln

  • Die Ausbildungsberatung der IHK hat Kontakt zu Lehrern der InteA-Klassen aufgenommen und besucht den Unterricht. Dort werden Informationen zur dualen Ausbildung gegeben und an der Berufsorientierung der Flüchtlinge gearbeitet.
  • Durch die Teilnahme und Initialisierung von Netzwerkveranstaltungen mit und für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer konnte an vielen Stellen auf das Leistungsangebot der IHK Darmstadt aufmerksam gemacht werden.
  • Ehrenamtliche Flüchtlingshelfer sprechen uns nun verstärkt auf Gesprächstermine ehrenamtlicher Helfer-Flüchtling-Ausbildungsberatung an, um für die Ausbildung geeignete Flüchtlinge in Ausbildung zu bringen.

3. Flüchtlinge in Einstiegsqualifizierung und Ausbildung vermitteln

Wir stehen nun vor der Herausforderung, ein Matching zwischen den Qualifikationen der Flüchtlinge und den gemeldeten Stellen der Unternehmen zu realisieren und hierbei auch die räumlichen Belange zu berücksichtigen. Hier gibt es Restriktionen, dass Flüchtlinge von Gesetzes wegen an örtliche Gegebenheiten gebunden sind oder berufliche Vorstellungen nicht marktkonform sind.
  • Im Herbst wird hierzu erstmalig ein „Speed-Dating für Flüchtlinge“ für den Darmstädter Raum mit rund 20 ortsansässigen Betrieben und circa 50 Flüchtlingen durchgeführt. Auf diese Weise können 3 Gespräche je Betrieb mit interessierten Flüchtlingen geführt werden, um eine Vermittlung in Praktika, EQ oder Ausbildung anzubahnen. Die Gesprächszuweisung der Flüchtlinge erfolgt durch den Flüchtlingscoach der IHK Darmstadt. Angedacht ist, dass bei Erfolg die Veranstaltung flächendeckend für den ganz Südhessen ausgerollt wird.
  • Zur Zeit haben wir rund 50 Flüchtlinge in einer Datenbank erfasst und alle relevanten Daten von ihnen sind erhoben. Mit all diesen Flüchtlingen sind Gespräche in Bezug auf Berufswunsch, das Duale-Ausbildungssystem, Sprachkompetenz und Aufenthaltsstatus geführt worden. In Individualbetreuung wird nun nach geeigneten Ausbildungsunternehmen gesucht und Bewerbungsgespräche angebahnt. Auf diese Weise konnten bislang rund 25 Personen in Ausbildung oder EQ vermittelt werden. 

4. Unternehmen bei der Qualifizierung und Ausbildung von

     Flüchtlingen unterstützen     

  • Einige Unternehmen im Kammerbezirk haben uns die Bereitschaft signalisiert, gezielt „zusätzlich“ ältere Flüchtlinge einzustellen. Hierzu sollen in Zusammenarbeit mit der IHK Konzepte zu Rekrutierung und Nachqualifizierung erarbeitet werden.
  • Best Practice: Die Adam Opel AG wird etwa zehn bis 15 Qualibausteine entwickeln und diese von der IHK zertifizieren lassen. Diese sind inhaltlich dem Berufsbild des Industriemechanikers entnommen. Nach jedem Baustein erhält der Teilnehmer ein IHK-Zeugnis. Die Summe aller Bausteine könnte dann in Verbindung mit Berufserfahrung zu einer externen Abschlussprüfung führen. Ab September soll die erste Kohorte von 22 Teilnehmern starten.

5. Flüchtlinge beim Spracherwerb unterstützen

  • Die IHK hat einen Pilot-Deutschkurs durchgeführt, der wissenschaftlich begleitet wurde. Das pädagogische Konzept ist bei den Teilnehmern hervorragend angekommen, da sie sich sehr eingehend mit dem Sprechen auseinandergesetzt haben, in dem sie beispielsweise über ihren beruflichen Werdegang oder ihre berufliche Zukunft berichtet haben und sie dies öfters im Selbststudium und vor der Gruppe repetiert haben.
  • Auf dieser Basis aufbauend konzipiert die IHK Darmstadt einen Modellehrgang "Deutsch für Flüchtlinge". Dieser soll berufsbegleitend und mit inhaltlicher Nähe zur Ausbildung den Erfolg sicherstellen. Dieser könnte über die zahlreichen ehrenamtlich engagierten Privatpersonen (train the trainer) ausgeweitet werden. Aktuell prüfen einige Großunternehmen, ob sie ein entsprechendes Seminarangebot der IHK in Anspruch nehmen.
IHK-Ausbildungsberater Thomas Kratz und Katharina Moers beraten Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen möchten. Sie vermitteln Flüchtlinge an Betriebe, organisieren passende Nachqualifizierungen oder notwendige Sprachkurse.
Wenn Sie in Ihrem Umfeld Flüchtlinge kennen, die für eine Ausbildung interessiert sind, dann sprechen Sie uns bitte an!
Einen Einblick in die Arbeit der IHK-Ausbildungsberater und einige Fakten zum Thema "Flüchtlinge in Südhessen" bekommen Sie in der Juniausgabe des IHK-Reports. Lesen lohnt sich!

Erklärfilme zur Dualen Ausbildung in verschiedenen Sprachen

Steuermaßnahmen zur Förderung der Hilfe

Im Schreiben des Bundesfinanzministeriums werden nachfolgende Verwaltungsregelungen erläutert: Spenden, Spendenaktionen von gemeinnützigen Körperschaften,  Maßnahmen steuerbegünstigter Körperschäften, Steuerliche Behandlung von Zuwendungen aus dem Betriebsvermögen, Lohnsteuer, Aufsichtsratsvergütungen, Umsatzsteuer und Schenkungssteuer.
Ansprechpartner bei steuerlichen Fragen ist IHK-Experte Martin Proba.

Ehrenamtliche Hilfe

  • Eine der bereits aktiven Initiativen ist vom Deutschen Roten Kreuz in Darmstadt. Dort können Sie auf vielfältige Weise helfen: Entweder durch Geld- oder Sachenspenden oder auch mit Ihrer eigenen Arbeitskraft und weiterem ehrenamtlichen Engagement. Weitere Infos finden Sie unter "Downloads" oder klicken Sie einfach hier. Ansprechpartner hierzu ist das Deutsche Rote Kreuz (06151 3606 195, kommunikation@drk-darmstadt.de).
  • Eine Übersichtskarte auf der Sie aktuelle und abgeschlossene Gesuche finden können, bietet der Hessische Rundfunk hier an: Zur Übersichtskarte des Hilfebedarfs
  • Die Stadt Darmstadt ist ebenso in der Flüchtlingshilfe engagiert. Extra zu diesem Thema wurde eine Telefonnummer (06151/13-4050) und ein E-Mailpostfach (fluechtlinge@darmstadt.de) eingerichtet. Ansprechpartner hierzu ist Jörg Rupp. Ebenso finden Sie aktuelle Informationen zur städtischen Flüchtlingsthematik auf der Facebookseite der Stadt Darmstadt.

Ehrenamt und Freistellung

Externe Angebote und Projekte

  • Die "Charta der Vielfalt" hat einen Praxis-Leitfaden für Unternehmen herausgebracht. In diesem werden unter anderem folgende Informationen behandelt: Chancen und Nutzen in der Beschäftigung von Flüchtlingen, Zugang zum Arbeitsmarkt, Berufsausbildung, Praktikum, Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und Integrations- und Deutschkurse: http://www.charta-der-vielfalt.de/service
  • Auf Initiative der DIHK entstand das bundesweite Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Netzwerk bietet Unternehmen, die sich für Flüchtlinge engagieren oder engagieren wollen, Informationen zu Rechtsfragen, Integrationsinitiativen und ehrenamtlichem Engagement. Zudem liefert es Praxis-Tipps zur Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung und ermöglicht Erfahrungsaustausch und Kooperation zwischen den Unternehmen. Zu diesem Zweck werden bundesweit in verschiedenen Regionen Veranstaltungen stattfinden, bei denen Unternehmen ihre Praxis-Beispiele und Wissen austauschen können.
    Darüber hinaus bietet eine Online-Plattform für Mitglieder die Möglichkeit, Erfahrungen und Erkenntnisse zu teilen. www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de
  • Sollten Sie generelle Fragen zum Thema "Flüchtlinge als Arbeitnehmer" haben, können Sie einen Blick in die Informationsbroschüre der Bundesagentur für Arbeit werfen. Zusätzlich dazu gibt es eine zentrale Telefonnummer für Fragen  zu betrieblichen Tätigkeiten und Praktika von Flüchtlingen (0228 / 713 2000).
    Kontaktdaten und die regionalen Zuständigkeiten der Teams des Arbeitsmarktzulassungsverfahrens finden Sie hier.
  • workeer ist eine bundesweite Ausbildungs- und Arbeitsplatzbörse, die sich speziell an Geflüchtete richtet. Mit der Plattform soll ein geeignetes Umfeld geschaffen werden, in dem diese besondere Gruppe von Arbeitssuchenden auf passende Arbeitgeber trifft.
    Die Jobbörse ist als Abschlussprojekt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin entstanden: http://www.workeer.de/
  • Die Hessische Wirtschaft übernimmt Verantwortung für die Integration der Flüchtlinge in die Arbeitswelt. Mit diesem Bekenntnis haben der Hessische Handwerkstag und die Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelskammern am Donnerstag die konkreten Maßnahmenpläne der beiden Kammer-Organisationen der Öffentlichkeit vorgestellt. Dazu gehören insbesondere die Bereitstellung von 1500 Praktikumsstellen sowie die zahlreichen Vorbereitungsmaßnahmen inklusive Sprachkurse, Integrationsschulungen und das Erstellen individueller Profile der Flüchtlinge.
    Mehr Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.arbeitsgemeinschaft-hessischer-ihks.de/presse/2016/18324/index.html
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat eine Liste häufig gestellter Fragen zum Zugang zum Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen ins Netz gestellt: http://www.bamf.de/DE/Infothek/FragenAntworten/ZugangArbeitFluechtlinge/zugang-arbeit-fluechtlinge-node.html

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