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IHK-FINANZEN

Lagebericht zum Jahresabschluss zum 31.12.2009

1. Konjunkturelle Lage in 2009
2. Ausbildungsssitutation 2009
3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit
4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt
5. Geschäftsverlauf
6. Vermögens- und Finanzlage
7. Investitionen
8. Personal
9. Risikobericht
10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
11. Konjunktureller Ausblick auf 2010

1. Konjunkturelle Lage in 2009

Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im zweiten Halbjahr 2008, der den Beginn der Wirtschaftskrise markiert, ist die deutsche Volkswirtschaft um insgesamt 6 Prozent geschrumpft.

Die Wirtschaft in Darmstadt Rhein Main Neckar wurde von den wirtschaftlichen Turbulenzen ebenfalls erfasst. Insbesondere die Industrie, die rund 58 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erzielt, bekam die internationalen Verwerfungen zu spüren. Verzögert und deutlich abgeschwächt erreichte die Wirtschaftskrise in der ersten Jahreshälfte auch den Dienstleistungssektor.

Der Einzelhandel profitierte in 2009 von einer stabilen Konsumneigung der Verbraucher, der Abwrackprämie und einem guten Weihnachtsgeschäft.

Der heftige gesamtwirtschaftliche Absturz beruhigte sich gegen Ende des Jahres 2009 zunehmend. Der Geschäftsklimaindikator, der die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und Erwartungen der Unternehmen bündelt, zeigte im Herbst 2009, dass mit keiner weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen ist.



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2. Ausbildungssituation 2009

Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft wurden im Bezirk der IHK Darmstadt im vergangenen Jahr 3319 neue Ausbildungsverträge registriert. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang der Neueinträge um 7,32 %.

Die Zahl der bestehenden Ausbildungsverhältnisse beläuft sich auf 8979 in 2485 aktiven Ausbildungsbetrieben. Bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen wurden 2353 Neuverträge gezählt, 966 Verträge waren in gewerblich-technischen Berufsbildern.

Durch die deutlich geringeren Bewerberzahlen bei der Agentur für Arbeit kann der Ausbildungsmarkt statistisch als ausgeglichen betrachtet werden. 2009 wurde damit erstmals der demografische Wandel auf dem Ausbildungsmarkt sichtbar. Zahlreiche Ausbildungsbetriebe klagten über weniger Bewerbungen für die zu besetzenden Stellen als noch in den Vorjahren. Gut 100 Ausbildungsverträge allein im IHK-Bereich hätten mehr abgeschlossen werden können, wären alle bis zuletzt offenen Stellen besetzt worden.



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3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit

Mit Wahl der neuen Vollversammlung am 1. April 2009, einem Vollversammlungsworkshop und dem Beschluss des Arbeitsprogramms für die Legislaturperiode 2009-2014 wurden einige neue Schwerpunktthemen für die Zukunft gesetzt.


Das Jahr 2009 war – und das war Ende 2008 in diesem Ausmaß noch nicht abzusehen – geprägt von der Wirtschafts- und Finanzkrise. Wir haben noch im Dezember 2008 mit ersten Hilfemaßnahmen begonnen und im Jahr 2009 Ressourcen für die Krisenhilfe gebunden.

Die IHK Darmstadt hat über die Geschäftsbereiche hinweg ein Bündel von Angeboten geschnürt, das es vielen Betrieben ermöglicht hat, die dringlichsten Probleme zu lösen.

Im Rahmen unserer Krisenberatung haben wir dies erreicht:

  • Erstberatungen:

    • 600 telefonische Erstberatungen wurden von unseren Experten durchgeführt.
    • 85 Unternehmen wurden intensiv betreut.
    • Damit konnten rund 3.000 Arbeitsplätze in der Region gesichert werden.
    • Nur zwei der betreuten Betriebe haben Insolvenz angemeldet.
    • Gündercoaching, Turn-Around-Beratung und Runde-Tisch-Verfahren laufen in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
  • Finanzierungen:

    • Das Hessische Sonderprogramm Betriebsmittelbürgschaften wurde genutzt (15 Fälle im Bezirk der IHK Darmstadt im Jahr 2009).
    • Das Bürgschaftsvolumen im Rahmen des Liquiditätshilfeprogramms, das die IHK Darmstadt begleitet hat, umfasste rund 2.500.000 Euro.
    • Bei den „normalen” Bürgschaftsfällen lagen wir mit 21 Stellungnahmen leicht unter dem Vorjahr.
  • Veranstaltungsreihen zur Krisenprävention mit den Themenschwerpunkten Marketing, Neukundengewinnung und Kostenreduzierung durchgeführt.

Standortmarketing und Fachkräfte

  • Wir konnten die Engineering Region als einen von zehn ausgewählten Treffpunkten der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr der Bundesregierung „Forschungsexpedition Deutschland” erfolgreich positionieren. Mit einem ganzjährigen Veranstaltungsprogramm konnte die Position unserer Region als Technikstandort gestärkt werden.
  • Wir haben die Standortmarketingkampagne mit einem Schwerpunkt auf Messeauftritten und Veranstaltungen fortgesetzt. Im Rahmen von Konferenzen und Messen wurde die Region – insbesondere ihre Netzwerke – vorgestellt.
  • Mit der Frankfurt Rhein Main GmbH – der Vermarktungsgesellschaft der Rhein-Main-Region – konnten wir unter anderem das Automotive-Cluster auf Messen in Shanghai und Bangalore präsentieren. Außerdem war das Cluster auf der IAA mit einem Business Frühstück und einer Matchmaking-Veranstaltung präsent.
  • Für die Technologiecluster konnten die Nachbar-IHKs im Rhein-Main Gebiet als Partner gewonnen werden. Genauso konnten wir den Ausbau unserer Clusternetzwerke It4work über die engere Region der IHK Darmstadt hinaus fortsetzen. Mit den Nachbar-IHKs gab es gemeinsame Veranstaltungen und Kooperationen.
  • Um die Zufriedenheit der Unternehmen mit den Standortbedingungen in ihrer Kommune zu ermitteln, haben die vier IHKs Darmstadt, Pfalz, Rheinhessen, Rhein-Neckar eine breit angelegte Umfrage durchgeführt. Anhand von rund 30 Kriterien wurden fast 25.000 Unternehmen in 29 Kommunen in den vier IHK-Bezirken nach der Attraktivität ihres Standorts befragt. In unserem Kammerbezirk haben sich Darmstadt und weitere 12 Mittelzentren an der Umfrage beteiligt. Insgesamt haben wir rund 780 Fragebögen ausgewertet.
  • In einem Teamprojekt der Geschäftsbereiche Aus- und Weiterbildung, Standortpolitik, Starthilfe und Unternehmensförderung sowie Innovation und Umwelt wurde mit dem Aufbau eines neuen Fachkräfteportals begonnen. In dieses Portal wird ein „Demografierechner” und ein „Fachkräftemonitor” integriert sein, der gemeinsam von der IHK Darmstadt mit der IHK Frankfurt entwickelt wird. Das Portal wird in 2010 online sein.
  • Um Fach- und Führungskräfte für die Unternehmen der Region zu gewinnen, wurden Gemeinschaftsstände für regionale Unternehmen auf verschiedenen Recruiting-Messen (VDI-Events, Jobcon, CareerFair) organisiert.

Bildung, Ausbildung und Qualifizierung in der Region

  • Die IHK bringt sich bei OloV, der landesweiten Strategie zur "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen" ein. OloV wird seit Juli 2005 aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds gefördert.
  • Am 11.07.2009 hat die IHK Darmstadt im darmstadtium ihren zweiten Zeugnistag mit Bestenehrung für die Ausbildung ausgerichtet. Die Veranstaltung war gegenüber dem Start in der Organisation nochmals verbessert worden und erfreute sich eines ähnlich großen Zuspruchs von Azubis, Eltern und IHK-Prüfern wie der 1. Zeugnistag. Der Zeugnistag ist ein wichtiges Werbeinstrument für die Duale Ausbildung.
  • Optimierung der IHK-Lehrstellenbörsen: In dem e-Government-Projekt des DIHK hat die IHK Darmstadt die Projektleitung übernommen. Angestrebt sind eine bessere IHK-bezirksübergreifende Suche nach freien Lehrstellen und verbesserte Funktionalitäten der Börse für die Benutzergruppen Jugendliche, Unternehmen und IHKs (als Verwalter der Börsen).
  • Bei einem „Tag des internationalen Unternehmers” haben wir unsere Beteiligung am landesweiten Projekt „Internationale Unternehmen bilden aus IUBA” öffentlichkeitswirksam dargestellt. Justizminister Jörg Uwe Hahn konnte 25 Unternehmern aus dem Ausland oder mit Migrationshintergrund aus Südhessen eine Urkunde für die Aufnahme der Ausbildung im Dualen System überreichen. Eine Messe und Workshops zu Ausbildungsthemen rundeten die Veranstaltung ab.
  • Unsere Rolle in der Weiterbildungsberatung für Unternehmen und für Erwerbstätige wurde gestärkt. Als Beratungsstelle für Qualifizierungsschecks haben wir mit derzeit 170 Protokollen hessenweit die meisten Weiterbildungsberatungen durchgeführt.
  • Der Aktionstag Weiterbildung (jedes Jahr im März) ist mit fast 400 Besuchern eine feste Größe in Bezug auf Weiterbildungsberatung für Interessierte und Unternehmensvertreter geworden. Die 30 Aussteller und Akteure, alles Weiterbildungsanbieter und freie Trainer aus der Region, schätzen die Möglichkeit, ihre Leistung bei ihrer IHK zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.
  • Die IHK-Weiterbildung ist ein verlässlicher Partner für alle Unternehmen, wenn es um die Qualifizierung der Fach- und Führungskräfte geht. Wir ergänzen mit Seminaren und Lehrgängen das Weiterbildungsangebot der Region. Trotz oder wegen der Krise haben wir das bislang umsatzstärkste Geschäftsjahr mit einem Zuwachs von 11,7 Prozent zum Vorjahr erreicht. Die Lehrgänge der Aufstiegsweiterbildung wurden außergewöhnlich gut nachgefragt.
  • Unser wichtigster Beitrag zur Qualitätssicherung war die Neuberufung der 1.200 PrüferInnen für die kaufmännischen Prüfungsausschüsse. 2011 steht nun deren Schulung nach einem systematischen Qualifizierungskonzept an.
  • Im Rahmen der Novellierung des hessischen Hochschulgesetzes haben wir uns dafür eingesetzt, die mit den Meistern gleich gestellten IHK-Abschlüsse als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung gesetzlich anzuerkennen.

Netzwerke und internationale Zusammenarbeit

  • Die Clusterprojekte IT / Software und Automatisierung wurden mit Förderung des Landes erfolgreich ins Laufen gebracht. Für das IT-Cluster hat ein Clustermanager seine Arbeit aufgenommen, nachdem eine verbindliche Kooperation mit der TU Darmstadt und den Unternehmenspartnern (Software AG, SAP, IDS Scheer) im Landesclusterprojekt eingegangen wurde. Der Förderbescheid des Landes für das Cluster erfolgte im September. In diesem Rahmen wurde das 2. IT-Forum organisiert und ein Vollantrag für einen „Spitzenclusterwettbewerb vorbereitet.
  • Das Netzwerk Automatisierung wurde auf Rhein-Main-Ebene weiter ausgebaut. In einem Workshop wurde der Bedarf von Unternehmen analysiert und weitere Partner aus Hochschulen und Unternehmen gewonnen.
  • Der internationale Stammtisch hat sich im März dem Schwerpunktthema Indien gewidmet. Krisenbedingt mussten wir zwei weitere Veranstaltungen absagen.
  • Bei Länderveranstaltungen konnten wir 2009 Vertreter der Außenhandelskammern aus Belarus, Finnland, Griechenland, Russland und China in Südhessen begrüßen. Zusätzlich fanden Gespräche zu folgenden Ländern in den IHKs statt: Österreich, Schweiz, Italien, Norwegen, Schweden, Ungarn, Marokko, Namibia, Afghanistan, Kasachstan, Ukraine, USA, Kolumbien, Venezuela, Thailand, Japan, Indien.
  • Mit der Chamber of Commerce Derbyshire and Nottinghamshire wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Kontakte sind entstanden im Rahmen eines europäischen Projektes zur Internationalisierung des Automotiveclusters.
  • In einer ganztägigen Informationsveranstaltung mit mehreren parallelen Workshops, Foren und Vorträgen zum Thema China wurde die Außenwirtschaftskompetenz der IHK Darmstadt bekräftigt.
  • Der Arbeitskreis Zoll Südhessen informiert in Zusammenarbeit mit dem Hauptzollamt Darmstadt (HZA) über aktuelle Entwicklungen rund um das Zoll- und Außenwirtschaftsrecht. Im Berichtszeitraum tagte der Arbeitskreis fünf Mal. Hier erhielten Unternehmer konkrete Unterstützung bei neuen Verfahren und Tagesproblemen mit Abläufen.

Standortbedingungen / Jahresthema Zukunft der Mobilität

  • Das Jahresthema wurde insbesondere durch Fernsehbeiträge und Veröffentlichungen im IHK-Report in der Region platziert. Das 7. Darmstädter Wirtschaftsforum stand unter dem Motto „Zukunft der Mobilität”.
  • Nord-Ost-Umgehung (NOU) Darmstadt: Nach dem Beschluss des Bebauungsplans zur NOU erreichte die Bürgerinitiative Ohne Nord-Ost-Umgehung einen Bürgerentscheid zur Aufhebung des Bebauungsplanbeschlusses. Im Vorfeld der Entscheidung haben wir auf Beschluss der Vollversammlung eine breit angelegte Imagekampagne durchgeführt, um auf die Bedeutung der NOU für Darmstadt hinzuweisen.
  • ICE-Halt Darmstadt: Wegen des chaotischen Verlaufs des Entscheidungsprozesses um einen ICE-Halt in Darmstadt haben wir in einer eigenen gutachtlichen Stellungnahme die Alternativen systematisch bewertet. Unser Ergebnis hat für großes Aufsehen gesorgt und inzwischen als „IHK-Lösung” Eingang in die politische Debatte erfahren. Der wichtigste Teil, nämlich die einer hochwertigen Schienenanbindung von Darmstadt Hauptbahnhof an den Flughafen-Fernbahnhof, hat hohe Aussicht auf Realisierung.
  • Nach jahrelangem Einsatz für den Ausbau des Frankfurter Flughafens wurde mit Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs im August grünes Licht für den Bau gegeben. Damit ist eines der wichtigsten Ziele der regionalen Wirtschaft erreicht – die Leistungsfähigkeit des Flughafens ist für die Zukunft gesichert und die Logistikbranche in Südhessen kann sich weiter entwickeln.
  • Wir konnten eine Beteiligung der IHK Darmstadt am Energieforum 2020 im Rahmen der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie erreichen und bringen so die Interessen des Mittelstandes ein.
  • Zu den Themen Schul– und Hochschulpolitik wurden mit allen bildungs- und hochschulpolitischen Sprechern der im Landtag vertretenen Parteien sowie mit dem Staatssekretär des Kultusministeriums Gespräche geführt. Dabei wurden Themen wie Fachkräftemangel, Durchlässigkeit des Bildungssystems, Praxisorientierung und Kompetenz der Absolventen platziert.
  • Wir haben einen Katalog mit 22 Positionen zu notwendigen Steuerreformen im Vorfeld der Bundestagswahl erarbeitet und unseren Kandidaten zugeleitet. Einiges findet sich im Koalitionsvertrag wieder.
  • Die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs Recht und FairPlay wurden im neuen GmbH-Recht geschult. Mehrere neue Merkblätter sind für Unternehmer zum Thema erstellt und öffentlich gemacht worden. In Veranstaltungen in der IHK sowie mehreren externen Vorträgen wurde informiert.



Weitere Themen:

  • Mit der IHK-Wahl Anfang 2009 zog eine große Zahl neuer Mitglieder in die Gremien ein. Vollversammlung und Ausschüsse wurden konstituiert und haben ihre Arbeit aufgenommen. Mit den Mitgliedern der Vollversammlung wurden die Schwerpunkte der künftigen Arbeit erarbeitet. Das neu besetzte Präsidium hat sich im regionalpolitischen Umfeld etabliert.
  • Da die in der EU-Dienstleistungsrichtlinie vorgesehene formale Betreuung von Unternehmen bei Genehmigungsverfahren in Hessen ineffizient bei einer zentralen Behörde organisiert werden soll, haben wir unser Beratungs- und Informationsangebot für Gründer und Niederlassungswillige aus dem In- und Ausland ausgebaut. Im 2. Halbjahr 2009 wurde eine Informationskampagne zu Angeboten des Starter Centers der IHK gestartet.
  • Rechtspolitisch war das Jahr 2009 von der Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes bestimmt. Mit Hilfe südhessischer Unternehmer konnten wir sehr frühzeitig auf den politischen Willensbildungsprozess Einfluss nehmen. Diese erfolgreiche Zusammenarbeit wird auch 2010 fortgesetzt.



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4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt

Die in der IHK Darmstadt eingesetzten Managementsysteme dienen der effizienten Steuerung aller Geschäftsprozesse. Auch im Berichtsjahr erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des seit 2006 eingeführten Controlling-Informationssystem CIS.

Im Hause setzen wir vier Verwaltungssoftwarelösungen der GfI, dem IHK-eigenen DV-Systemhaus, in den Bereichen Berufsausbildung, Rechnungswesen, Beitrag und Stammdatenerfassung ein.

Das 2008 eingeführte Wiki (ähnlich wie die Internet Arbeitsplattform Wikipedia) als Mittel des Wissensmanagements für Mitarbeiter der IHK, ist ständig erweitert worden und hat sich zum zentralen Wissensvermittlungsmedium entwickelt.



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5. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2009 sind die geplanten Betriebserträge um 401 T€ (2,6 %) übertroffen worden. Gleichzeitig fiel der Betriebsaufwand mit 13.544 T€ um 613 T€ (4,3 %) geringer als geplant aus. Insgesamt ergab sich ein Betriebsergebnis von 2.521 T€.

Das Jahresergebnis wird mit 2.846 T€ ausgewiesen.



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6. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme erhöht sich gegenüber der Vorjahresbilanz um 2.531 T€ auf 33.238 T€.

Hierzu hat vor allem der laufende Cashflow geführt, wobei 366 T€ zur Aufstockung der Finanzanlagen und 1.971 T€ für das Umlaufvermögen verwendet wurden.

Das Eigenkapital hat sich um 2.846 T€ erhöht. Dieser Betrag setzt sich aus Zuführungen zur Ausgleichsrücklage (770 T€) und zu den Anderen Rücklagen (1.072 T€) sowie dem Bilanzgewinn (1.004 T€) zusammen.

Die Rückstellungen wurden um 130 T€ erhöht und belaufen sich auf 14.733 T€.

Die Verbindlichkeiten haben sich um 12 T€ auf 506 T€ erhöht.

Die Position „Passiver Rechnungsabgrenzungsposten” hat sich um 457 T€ verringert. Wesentlicher Grund hierfür ist die geänderte Ausbildungsbetreuungsgebühr.

Die Bilanz trägt allen heute erkennbaren Risiken aus unbeständigen Beitragserträgen, die aufgrund von konjunkturellen Schwankungen oder aus den Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, und sonstigen Verpflichtungen Rechnung.

Durch die Bildung von pflichtmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen, bei gleichzeitiger finanzieller Deckung durch das Finanzanlagevermögen auf der Aktivseite, ist eine solide Finanzlage gegeben. Die Rücklagen wurden wesentlich verbessert und haben das im Finanzstatut festgelegte Maß erreicht.

Die Handlungsfähigkeit und die sachgerechte Aufgabenerfüllung der IHK Darmstadt sind mittelfristig gesichert.


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7. Investitionen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen belaufen sich auf 477 T€ und betreffen vor allem den Neubau des Windfanges Haupteingang, Büromöbel für den Altbau, Ausstattung für die Bildungszentren, Betriebs- und Geschäftsausstattung einschl. Sammelposten sowie eine Erweiterung der Brandmeldeanlage. Bei den Finanzanlagen sind 25 T€ in die neu gegründete IHK Darmstadt Service GmbH eingeflossen.



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8. Personal

Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt beschäftigte zum Jahresende 2009 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wegen der Vergleichbarkeit mit den Bilanzzahlen werden diese in Stellanteilen aufgeführt. Dies bedeutet in Stellenanteilen 100,24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (hier enthalten sind 7 Geschäftsführer/Geschäftsbereichsleiter, 86,24 Angestellte, 7 Auszubildende). Darüber hinaus sind 3 Beschäftigte in einer Sondereinrichtung (IHK-Innovationsberatung Hessen) bzw. für Projekte (Aposdle, China-Kompetenzzentrum) fremdfinanziert tätig. Die Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Vorjahr (99,87 Stellenanteile) leicht gestiegen. Dies begründet sich durch Nach- und Umbesetzungen. Als Aushilfen befristet beschäftigt waren im Jahr 2009 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 3 Mitarbeiterinnen befanden sich in Elternzeit. 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das seit dem 1. Juli 2002 praktizierte Altersteilzeitmodell, davon sind derzeit 2 Mitarbeiterinnen in der Freistellungsphase.

Von den 113 Beschäftigten arbeiten 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Teilzeitarbeitsverhältnis, das entspricht einer Quote von 30,09 % und liegt im Vergleich zum Vorjahr geringfügig höher. Der Frauenanteil betrug im Jahr 2009 65,49 %, bezogen auf Geschäftsführung/Geschäftsbereichsleitung waren es 14,29 %.

Für ihr Engagement zur Verbesserung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen ist die IHK Darmstadt mit dem Grundzertifikat „Audit Beruf und Familie” der gemeinnützigen Hertiestiftung ausgezeichnet und in 2009 erfolgreich reauditiert worden. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeit und gleitende Arbeitszeit gibt es bei der IHK Darmstadt schon seit Jahren. Die vorhandenen familienfreundlichen Bedingungen sollen weiter ausgebaut werden. Mit dieser Personalpolitik präsentiert sich die IHK Darmstadt als attraktiver Arbeitgeber für motivierte und qualifizierte Fachkräfte.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement der IHK Darmstadt hat zum Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu erhalten und zu fördern. Zum Paket der präventiven Gesundheitsförderung zählen regelmäßige Ersthelfer-Ausbildung, Überprüfen von Arbeitsplätzen, betriebsärztliche Pflicht- und Angebotsuntersuchungen, Darmkrebsvorsorge, Grippeschutzimpfung sowie Kurse zur Rückenschule.

Die IHK Darmstadt bildet 7 Auszubildende in den Berufen Kaufleute für Bürokommunikation und Veranstaltungskaufleute aus. Im August 2009 haben 2 junge Leute mit ihrer Ausbildung in dem Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation” begonnen. Eine weitere Auszubildende im gleichen Beruf kam ab November 2009 hinzu. Darüber hinaus bietet die IHK Darmstadt regelmäßig Praktika für Schüler und Studenten an und stellt eine Wahlstation und eine Verwaltungsstation für Rechtsreferendare innerhalb der juristischen Ausbildung zur Verfügung.

Die IHK Darmstadt investiert in die Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Gesamtbudget für Weiterbildungsmaßnahmen umfasste ca. 48.000 €.

Der Präsident und der Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern des Personalrats für ihren Einsatz und die gute Leistung im vergangenen Jahr.



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9. Risikobericht

Die finanzielle und wirtschaftliche Situation der IHK Darmstadt wird maßgeblich durch die konjunkturelle Lage im IHK-Bezirk geprägt, da das Beitragsaufkommen unmittelbar von der Anzahl und der Ertragslage der Mitgliedsunternehmen abhängig ist.
Ein finanzielles Risiko besteht darin, dass nur rund 50 Unternehmen etwa ein Drittel der Beitragseinnahmen leisten, Veränderungen in einzelnen Unternehmen sich also unmittelbar auf die Ertragssituation der IHK Darmstadt auswirken können.

Die stabile wirtschaftliche Entwicklung der letzten noch abzurechnenden Beitragsjahre erlaubt derzeit eine positive Bewertung.

Die Auswirkungen der Finanzkrise werden die IHK mit einer Verzögerung von 30 bis 36 Monaten erreichen. Szenariomodelle, auf der Grundlage der Herbststeuerschätzung, haben die damit verbundenen Einnahmerisiken deutlich gemacht. Diesen Einschränkungen soll gezielt mit weiterer Rücklagenbildung und ausreichender Liquiditätsausstattung Rechnung getragen werden.

Auch die Bereitschaft, Ausbildungsplätze zu schaffen und in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren, ist von der jeweiligen Wirtschaftslage abhängig.

Auf Gefährdungen, die die täglichen Geschäftsabwicklungen beeinträchtigen könnten, reagiert die IHK Darmstadt mit internen Kontrollmechanismen sowie mit Beachtung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards.

Der bestehende Versicherungsschutz deckt alle vorhandenen und absehbaren Risiken.



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10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag


Über die normale Entwicklung der Geschäftstätigkeit hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag hervorzuheben.


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11. Konjunktureller Ausblick auf 2010: Der Trend festigt sich

Die wirtschaftliche Lage in Südhessen stabilisiert sich zu Jahresbeginn 2010 zunehmend. Erstmals seit Beginn der Krise berichten mehr Unternehmen von einem guten Geschäftsgang, als Unternehmen von schlechten Geschäften berichten. Die Erwartungen die geschäftliche Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres 2010 sind ausgeglichen.

Beschäftigung:
Drei Viertel der Unternehmen werden das Niveau der Beschäftigung konstant halten. 11 Prozent sind sogar auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. 13 Prozent müssen hingegen Stellen abbauen. In den kommenden Monaten ist daher mit einem konstanten Beschäftigungsniveau zu rechnen.

Investitionen:
Ob der unsicheren Entwicklung wurden die Budgets für Investitionen in den vergangenen Monaten praktisch eingefroren. Darunter litten nicht nur die Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder Investitionen in die Kapazitätserweiterung, sondern vor allem auch Ausgaben in den Ersatzbedarf. Alte Maschinen, Fahrzeuge und technische Anlagen wurden in der Krise nicht ersetzt. Nachdem sich die wirtschaftliche Situation etwas entspannt, löst sich auch die Schockstarre bei der Investitionstätigkeit. Zwar werden die Ausgaben für Investitionen nicht ausgedehnt, mit einem weiteren Rückgang der Budgets ist aber nicht zu rechnen.

Exporte:
Die Krise hat die wichtigen Handelspartnerländer der südhessischen Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen. Weltweit erholen sich die Volkswirtschaften und das Exportgeschäft der südhessischen Wirtschaft kommt langsam wieder in Fahrt.


Darmstadt, 05.03.2010

Dr. Hans-Peter Bach
Präsident

Dr. Uwe Vetterlein
Hauptgeschäftsführer

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