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Bilanz 2009
(PDF, 36 KB) (Dokument-Nr.: 20826) -
Gewinn und Verlust 2009
(PDF, 35 KB) (Dokument-Nr.: 20828) -
Geschäftsbericht 2009
(PDF, 904 KB) (Dokument-Nr.: 20810)
1. Konjunkturelle Lage in 2009
2. Ausbildungsssitutation 2009
3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit
4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt
5. Geschäftsverlauf
6. Vermögens- und Finanzlage
7. Investitionen
8. Personal
9. Risikobericht
10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
11. Konjunktureller Ausblick auf 2010
1. Konjunkturelle Lage in 2009
Seit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers im zweiten Halbjahr 2008, der den Beginn der Wirtschaftskrise markiert, ist die deutsche Volkswirtschaft um insgesamt 6 Prozent geschrumpft.
Die Wirtschaft in Darmstadt Rhein Main Neckar wurde von den wirtschaftlichen Turbulenzen ebenfalls erfasst. Insbesondere die Industrie, die rund 58 Prozent ihres Umsatzes im Ausland erzielt, bekam die internationalen Verwerfungen zu spüren. Verzögert und deutlich abgeschwächt erreichte die Wirtschaftskrise in der ersten Jahreshälfte auch den Dienstleistungssektor.
Der Einzelhandel profitierte in 2009 von einer stabilen Konsumneigung der Verbraucher, der Abwrackprämie und einem guten Weihnachtsgeschäft.
Der heftige gesamtwirtschaftliche Absturz beruhigte sich gegen Ende des Jahres 2009 zunehmend. Der Geschäftsklimaindikator, der die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage und Erwartungen der Unternehmen bündelt, zeigte im Herbst 2009, dass mit keiner weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Entwicklung zu rechnen ist.
Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft wurden im Bezirk der IHK Darmstadt im vergangenen Jahr 3319 neue Ausbildungsverträge registriert. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Rückgang der Neueinträge um 7,32 %.
Die Zahl der bestehenden Ausbildungsverhältnisse beläuft sich auf 8979 in 2485 aktiven Ausbildungsbetrieben. Bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen wurden 2353 Neuverträge gezählt, 966 Verträge waren in gewerblich-technischen Berufsbildern.
Durch die deutlich geringeren Bewerberzahlen bei der Agentur für Arbeit kann der Ausbildungsmarkt statistisch als ausgeglichen betrachtet werden. 2009 wurde damit erstmals der demografische Wandel auf dem Ausbildungsmarkt sichtbar. Zahlreiche Ausbildungsbetriebe klagten über weniger Bewerbungen für die zu besetzenden Stellen als noch in den Vorjahren. Gut 100 Ausbildungsverträge allein im IHK-Bereich hätten mehr abgeschlossen werden können, wären alle bis zuletzt offenen Stellen besetzt worden.
3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit
Mit Wahl der neuen Vollversammlung am 1. April 2009, einem Vollversammlungsworkshop und dem Beschluss des Arbeitsprogramms für die Legislaturperiode 2009-2014 wurden einige neue Schwerpunktthemen für die Zukunft gesetzt.
Das Jahr 2009 war – und das war Ende 2008 in diesem Ausmaß noch nicht abzusehen – geprägt von der Wirtschafts- und Finanzkrise. Wir haben noch im Dezember 2008 mit ersten Hilfemaßnahmen begonnen und im Jahr 2009 Ressourcen für die Krisenhilfe gebunden.
Die IHK Darmstadt hat über die Geschäftsbereiche hinweg ein Bündel von Angeboten geschnürt, das es vielen Betrieben ermöglicht hat, die dringlichsten Probleme zu lösen.
Im Rahmen unserer Krisenberatung haben wir dies erreicht:
Erstberatungen:
Finanzierungen:
Standortmarketing und Fachkräfte
Bildung, Ausbildung und Qualifizierung in der Region
Netzwerke und internationale Zusammenarbeit
Standortbedingungen / Jahresthema Zukunft der Mobilität
Weitere Themen:
4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt
Die in der IHK Darmstadt eingesetzten Managementsysteme dienen der effizienten Steuerung aller Geschäftsprozesse. Auch im Berichtsjahr erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des seit 2006 eingeführten Controlling-Informationssystem CIS.
Im Hause setzen wir vier Verwaltungssoftwarelösungen der GfI, dem IHK-eigenen DV-Systemhaus, in den Bereichen Berufsausbildung, Rechnungswesen, Beitrag und Stammdatenerfassung ein.
Das 2008 eingeführte Wiki (ähnlich wie die Internet Arbeitsplattform Wikipedia) als Mittel des Wissensmanagements für Mitarbeiter der IHK, ist ständig erweitert worden und hat sich zum zentralen Wissensvermittlungsmedium entwickelt.
Im Geschäftsjahr 2009 sind die geplanten Betriebserträge um 401 T€ (2,6 %) übertroffen worden. Gleichzeitig fiel der Betriebsaufwand mit 13.544 T€ um 613 T€ (4,3 %) geringer als geplant aus. Insgesamt ergab sich ein Betriebsergebnis von 2.521 T€.
Das Jahresergebnis wird mit 2.846 T€ ausgewiesen.
Die Bilanzsumme erhöht sich gegenüber der Vorjahresbilanz um 2.531 T€ auf 33.238 T€.
Hierzu hat vor allem der laufende Cashflow geführt, wobei 366 T€ zur Aufstockung der Finanzanlagen und 1.971 T€ für das Umlaufvermögen verwendet wurden.
Das Eigenkapital hat sich um 2.846 T€ erhöht. Dieser Betrag setzt sich aus Zuführungen zur Ausgleichsrücklage (770 T€) und zu den Anderen Rücklagen (1.072 T€) sowie dem Bilanzgewinn (1.004 T€) zusammen.
Die Rückstellungen wurden um 130 T€ erhöht und belaufen sich auf 14.733 T€.
Die Verbindlichkeiten haben sich um 12 T€ auf 506 T€ erhöht.
Die Position „Passiver Rechnungsabgrenzungsposten” hat sich um 457 T€ verringert. Wesentlicher Grund hierfür ist die geänderte Ausbildungsbetreuungsgebühr.
Die Bilanz trägt allen heute erkennbaren Risiken aus unbeständigen Beitragserträgen, die aufgrund von konjunkturellen Schwankungen oder aus den Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, und sonstigen Verpflichtungen Rechnung.
Durch die Bildung von pflichtmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen, bei gleichzeitiger finanzieller Deckung durch das Finanzanlagevermögen auf der Aktivseite, ist eine solide Finanzlage gegeben. Die Rücklagen wurden wesentlich verbessert und haben das im Finanzstatut festgelegte Maß erreicht.
Die Handlungsfähigkeit und die sachgerechte Aufgabenerfüllung der IHK Darmstadt sind mittelfristig gesichert.
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Die Investitionen in das Sachanlagevermögen belaufen sich auf 477 T€ und betreffen vor allem den Neubau des Windfanges Haupteingang, Büromöbel für den Altbau, Ausstattung für die Bildungszentren, Betriebs- und Geschäftsausstattung einschl. Sammelposten sowie eine Erweiterung der Brandmeldeanlage. Bei den Finanzanlagen sind 25 T€ in die neu gegründete IHK Darmstadt Service GmbH eingeflossen.
Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt beschäftigte zum Jahresende 2009 113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wegen der Vergleichbarkeit mit den Bilanzzahlen werden diese in Stellanteilen aufgeführt. Dies bedeutet in Stellenanteilen 100,24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (hier enthalten sind 7 Geschäftsführer/Geschäftsbereichsleiter, 86,24 Angestellte, 7 Auszubildende). Darüber hinaus sind 3 Beschäftigte in einer Sondereinrichtung (IHK-Innovationsberatung Hessen) bzw. für Projekte (Aposdle, China-Kompetenzzentrum) fremdfinanziert tätig. Die Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Vorjahr (99,87 Stellenanteile) leicht gestiegen. Dies begründet sich durch Nach- und Umbesetzungen. Als Aushilfen befristet beschäftigt waren im Jahr 2009 7 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 3 Mitarbeiterinnen befanden sich in Elternzeit. 6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das seit dem 1. Juli 2002 praktizierte Altersteilzeitmodell, davon sind derzeit 2 Mitarbeiterinnen in der Freistellungsphase.
Von den 113 Beschäftigten arbeiten 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Teilzeitarbeitsverhältnis, das entspricht einer Quote von 30,09 % und liegt im Vergleich zum Vorjahr geringfügig höher. Der Frauenanteil betrug im Jahr 2009 65,49 %, bezogen auf Geschäftsführung/Geschäftsbereichsleitung waren es 14,29 %.
Für ihr Engagement zur Verbesserung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen ist die IHK Darmstadt mit dem Grundzertifikat „Audit Beruf und Familie” der gemeinnützigen Hertiestiftung ausgezeichnet und in 2009 erfolgreich reauditiert worden. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeit und gleitende Arbeitszeit gibt es bei der IHK Darmstadt schon seit Jahren. Die vorhandenen familienfreundlichen Bedingungen sollen weiter ausgebaut werden. Mit dieser Personalpolitik präsentiert sich die IHK Darmstadt als attraktiver Arbeitgeber für motivierte und qualifizierte Fachkräfte.
Das betriebliche Gesundheitsmanagement der IHK Darmstadt hat zum Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu erhalten und zu fördern. Zum Paket der präventiven Gesundheitsförderung zählen regelmäßige Ersthelfer-Ausbildung, Überprüfen von Arbeitsplätzen, betriebsärztliche Pflicht- und Angebotsuntersuchungen, Darmkrebsvorsorge, Grippeschutzimpfung sowie Kurse zur Rückenschule.
Die IHK Darmstadt bildet 7 Auszubildende in den Berufen Kaufleute für Bürokommunikation und Veranstaltungskaufleute aus. Im August 2009 haben 2 junge Leute mit ihrer Ausbildung in dem Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation” begonnen. Eine weitere Auszubildende im gleichen Beruf kam ab November 2009 hinzu. Darüber hinaus bietet die IHK Darmstadt regelmäßig Praktika für Schüler und Studenten an und stellt eine Wahlstation und eine Verwaltungsstation für Rechtsreferendare innerhalb der juristischen Ausbildung zur Verfügung.
Die IHK Darmstadt investiert in die Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Gesamtbudget für Weiterbildungsmaßnahmen umfasste ca. 48.000 €.
Der Präsident und der Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern des Personalrats für ihren Einsatz und die gute Leistung im vergangenen Jahr.
Die finanzielle und wirtschaftliche Situation der IHK Darmstadt wird maßgeblich durch die konjunkturelle Lage im IHK-Bezirk geprägt, da das Beitragsaufkommen unmittelbar von der Anzahl und der Ertragslage der Mitgliedsunternehmen abhängig ist.
Ein finanzielles Risiko besteht darin, dass nur rund 50 Unternehmen etwa ein Drittel der Beitragseinnahmen leisten, Veränderungen in einzelnen Unternehmen sich also unmittelbar auf die Ertragssituation der IHK Darmstadt auswirken können.
Die stabile wirtschaftliche Entwicklung der letzten noch abzurechnenden Beitragsjahre erlaubt derzeit eine positive Bewertung.
Die Auswirkungen der Finanzkrise werden die IHK mit einer Verzögerung von 30 bis 36 Monaten erreichen. Szenariomodelle, auf der Grundlage der Herbststeuerschätzung, haben die damit verbundenen Einnahmerisiken deutlich gemacht. Diesen Einschränkungen soll gezielt mit weiterer Rücklagenbildung und ausreichender Liquiditätsausstattung Rechnung getragen werden.
Auch die Bereitschaft, Ausbildungsplätze zu schaffen und in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren, ist von der jeweiligen Wirtschaftslage abhängig.
Auf Gefährdungen, die die täglichen Geschäftsabwicklungen beeinträchtigen könnten, reagiert die IHK Darmstadt mit internen Kontrollmechanismen sowie mit Beachtung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards.
Der bestehende Versicherungsschutz deckt alle vorhandenen und absehbaren Risiken.
10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Über die normale Entwicklung der Geschäftstätigkeit hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag hervorzuheben.
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11. Konjunktureller Ausblick auf 2010: Der Trend festigt sich
Die wirtschaftliche Lage in Südhessen stabilisiert sich zu Jahresbeginn 2010 zunehmend. Erstmals seit Beginn der Krise berichten mehr Unternehmen von einem guten Geschäftsgang, als Unternehmen von schlechten Geschäften berichten. Die Erwartungen die geschäftliche Entwicklung in den ersten Monaten des Jahres 2010 sind ausgeglichen.
Beschäftigung:
Drei Viertel der Unternehmen werden das Niveau der Beschäftigung konstant halten. 11 Prozent sind sogar auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. 13 Prozent müssen hingegen Stellen abbauen. In den kommenden Monaten ist daher mit einem konstanten Beschäftigungsniveau zu rechnen.
Investitionen:
Ob der unsicheren Entwicklung wurden die Budgets für Investitionen in den vergangenen Monaten praktisch eingefroren. Darunter litten nicht nur die Ausgaben für Forschung und Entwicklung oder Investitionen in die Kapazitätserweiterung, sondern vor allem auch Ausgaben in den Ersatzbedarf. Alte Maschinen, Fahrzeuge und technische Anlagen wurden in der Krise nicht ersetzt. Nachdem sich die wirtschaftliche Situation etwas entspannt, löst sich auch die Schockstarre bei der Investitionstätigkeit. Zwar werden die Ausgaben für Investitionen nicht ausgedehnt, mit einem weiteren Rückgang der Budgets ist aber nicht zu rechnen.
Exporte:
Die Krise hat die wichtigen Handelspartnerländer der südhessischen Industrie stark in Mitleidenschaft gezogen. Weltweit erholen sich die Volkswirtschaften und das Exportgeschäft der südhessischen Wirtschaft kommt langsam wieder in Fahrt.
Darmstadt, 05.03.2010
Dr. Hans-Peter Bach
Präsident
Dr. Uwe Vetterlein
Hauptgeschäftsführer
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