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IHK-FINANZEN

Lagebericht zum Jahresabschluss zum 31.12.2010

1. Konjunkturelle Lage in 2010
2. Ausbildungsssitutation 2010
3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit
4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt
5. Geschäftsverlauf
6. Vermögens- und Finanzlage
7. Investitionen
8. Personal
9. Risikobericht
10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
11. Konjunktureller Ausblick auf 2011

1. Konjunkturelle Lage in 2010

Die Wirtschaft in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar befand sich im Jahr 2010 auf einem überraschend starken Wachstumskurs.

Vor allem die Industrie machte gute Geschäfte und wurde zum Treiber des Aufschwungs. Der Aufschwung erfasste im Laufe des Jahres nahezu alle Sektoren der regionalen Wirtschaft. Auch das Verkehrsgewerbe, der Großhandel und die unternehmensnahen Dienstleister konnten sich aus der Krise befreien.

Der Arbeitsmarkt blieb während der wirtschaftlichen Turbulenzen stabil und die Nachfrage nach Arbeitskräften zog im Jahr 2010 sogar spürbar an. Hiervon profitierte auch der Einzelhandel.

Zum Ende des Jahres beurteilten die Unternehmen ihre Geschäftslage wieder so gut wie vor der Krise. Der Aufschwung ist in Südhessen angekommen.

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2. Ausbildungssituation 2010

Im Bereich der gewerblichen Wirtschaft wurden im Bezirk der IHK Darmstadt im vergangenen Jahr 3.525 neue Ausbildungsverträge registriert. Gegenüber dem Vorjahr ergab sich ein Zuwachs der Neueinträge um 6,21%. Die Zahl der bestehenden Ausbildungs-verhältnisse beläuft sich auf 8.847 in 2.398 aktiven Ausbildungsbetrieben. Bei den kaufmännischen Ausbildungsberufen wurden 2.540 Neuverträge gezählt, 985 Verträge waren in gewerblich-technischen Berufsbildern.

Durch die nochmals geringeren Bewerberzahlen bei der Agentur für Arbeit hat sich der Ausbildungsmarkt gedreht – es gibt mehr freie Lehrstellen als Bewerber hierfür. Dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen und verschärfen, so dass eine wichtige Aufgabe für die IHK darin besteht, die Ausbildungsmotivation und –reife der Schulabgänger/Innen zu stärken. Dazu beitragen soll u. a. ein Projekt „Zukunftswerkstatt“, mit dem die IHK die weiterführenden Schulen ihres Bezirks organisatorisch und finanziell dabei unterstützen will, dem Thema Berufsorientierung einen hohen Stellenwert zu geben.

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3. Schwerpunkte der IHK-Arbeit


Standortmarketing und Fachkräfte 

  • Wir haben die Standortmarketingkampagne „addicted to innovation“ für die Engineering Region mit dem Ziel, Fach- und Führungskräfte für die Region zu gewinnen, fortgesetzt. So konnten sich Unternehmen auf den Gemeinschaftsständen der IHK auf verschiedenen Recruitingmessen (VDI-Events, Jobcon, konaktiva) präsentieren.
  • Die Internetseite www.engineering-region.de wurde um weitere Inhalte ausgebaut, mit denen sich Fach- und Führungskräfte über die Arbeits- und Lebenssituation in der Region informieren können. Auf Grundlage einer Zielgruppenanalyse wurden Maßnahmen zur Vermarktung der Plattform und zur Einbindung von Social-Media-Instrumenten entwickelt.
  • Das Informationsangebot für die Tourismuswirtschaft wurde sowohl im Internet als auch durch Veranstaltungen (1. Darmstädter Tourismusforum „Kooperationen im Tourismus“, Tourismusdialoge „Demografie“ und „Social Media“, Arbeitskreis Freizeitwirtschaft und Tourismus) ausgebaut.
  • In einem Teamprojekt der Geschäftsbereiche Aus- und Weiterbildung, Standortpolitik, Starthilfe und Unternehmensförderung sowie Innovation und Umwelt wurde ein Fachkräfteportal aufgebaut. In dieses Portal ist ein „Demografierechner“ und ein „Fachkräftemonitor“ integriert, der gemeinsam von der IHK Darmstadt mit der IHK Frankfurt aufgebaut wurde. Das Portal ist seit Mai 2010 online. In einer Broschüre haben wir die Fachkräftesituation in einzelnen Berufen und Wirtschaftszweigen für den Bezirk der IHK Darmstadt analysiert.

Bildung, Ausbildung und Qualifizierung in der Region

 

  • Die IHK bringt sich bei OloV, der landesweiten Strategie zur "Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen" ein. OloV wird seit Juli 2005 aus Mitteln des Landes Hessen und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Die dritte Förderperiode ist 2010 ausgelaufen, von der IHK Darmstadt wird die  Aufgabe ins reguläre Geschäft übernommen.
  • 2010 konnte die IHK wegen Nichtverfügbarkeit des „darmstadtium“ zum „Heinerfest“ keinen Zeugnistag ausrichten, was von den Unternehmen sehr bedauert wurde. 2011 findet der 3. Zeugnistag am 25. Juni statt; es wurde bereits dafür Sorge getragen, dass das Heinerfest künftig keinen Grund mehr darstellt, auf den Zeugnistag zu verzichten. Er ist ein wichtiges Werbeinstrument für die Duale Ausbildung.
  • Ebenfalls der Werbung für Ausbildung dient die Plakataktion „Jeder Tag ist Girls and Boys Day“. Hierbei stellt die IHK interessierten Unternehmen ein DIN-A-1-Poster für den Einsatz im Außenbereich zur Verfügung, das Jugendliche einlädt, sich nach einem Praktikum oder einem Ausbildungsplatz zu erkundigen.
  • Optimierung der IHK-Lehrstellenbörsen: In dem e-Government-Projekt des DIHK hat die IHK Darmstadt die Projektleitung übernommen. Angestrebt  sind eine bessere IHK-bezirksübergreifende Suche nach freien Lehrstellen und verbesserte Funktionalitäten der Börse für die Benutzergruppen Jugendliche, Unternehmen und IHKs (als Verwalter der Börsen). Das Projekt endet 2011.
  • Die Nachfrage nach Weiterbildungsberatung für Unternehmen und deren Mitarbeiter ist 2011 stark gestiegen. Als Beratungsstelle für Qualifizierungsschecks liegen wir weiterhin mit 232 Gesprächsprotokollen, fast 100 mehr als im Jahr davor, hessenweit an der Spitze der Weiterbildungsberatungsinstitutionen. 
  • Der Aktionstag Weiterbildung (jedes Jahr im März) ist mit ca. 400 Besuchern eine feste Größe in Bezug auf Weiterbildungsberatung für Interessierte und Unternehmensvertreter geworden. Die 38 Aussteller und Akteure, alles Weiterbildungsanbieter und freie Trainer aus der Region, schätzen die Möglichkeit, ihre Leistung bei ihrer IHK zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen.
  • Die IHK-Weiterbildung ist ein verlässlicher Partner für alle Unternehmen, wenn es um die Qualifizierung der Fach- und Führungskräfte geht. Wir setzten mit Seminaren und Lehrgängen Maßstäbe bei der Personalentwicklung in der Region. 2010 haben wir das bislang umsatzstärkste Geschäftsjahr mit einem Zuwachs von 50 Prozent zum Vorjahr erreicht. Das erste Halbjahr 2010 war noch geprägt durch die Krise und bescherte uns nur durchschnittliche Teilnehmerzahlen. Nach den Sommerferien stieg die Nachfrage plötzlich extrem an. Gründe dafür sind die positiven Wirtschaftsnachrichten und die Meldungen über den zu erwartenden Fachkräftemangel. In dieser Zeit wurde besonders deutlich, dass sich das Verhalten der Kunden stark verändert hat, die Anmeldungen zu Lehrgängen gehen immer kurzfristiger ein. Die Mitarbeiter der Weiterbildung müssen sich mit einer extrem flexiblen Arbeitsweise auf die Kunden einstellen. Die meisten Lehrgänge waren mit 30 Teilnehmern/innen ausgebucht, IHK-Zertifikatslehrgänge wurden außergewöhnlich stark nachgefragt und die Bereitschaft der Unternehmen für Weiterbildung Geld auszugeben ist stark gestiegen.
  • Ein weiterer Beitrag zur Qualitätssicherung war die Neuberufung der 887 Prüfer/Innen für die gewerblich-technischen Prüfungsausschüsse. Insgesamt wurden 72 Prüfer/-innen gewonnen, die neu in den Ausschüssen tätig sind. Allen erstmalig berufenen Prüfern wurde ein Grundschulungsseminar angeboten und damit der Weg einer systematischen Qualifizierung fortgesetzt.
  • In 2011 steht das Thema „Qualität mündlicher Prüfungsaufgaben“ im Mittelpunkt verschiedener Workshops. Die Workshops werden wir in den Büro- und Handelsberufen sowie bei den Industriemeistern und ausgewählten Fachwirte- und Fachkaufleuteprüfungen anbieten.
  • Auf der Grundlage der Neuordnung der Ausbildereignungsverordnung ist die Zusammensetzung der Ausschüsse so verändert, dass in 2011 mehr Prüfungstermine angeboten werden können. Sämtliche Prüfer/-innen wurden in der neuen Prüfungsmethode geschult.
  • Die Abschlussprüfung im Sommer 2010 war die größte Prüfung der letzten 10 Jahre. Aufgrund der im Vorjahresvergleich geringeren Prüfungszahlen in den Zwischenprüfungen, ist in 2010 insgesamt ein leichter Rückgang der Zahl der Prüfungsteilnehmer zu verzeichnen gewesen (- 4 % gegenüber 2009). In 2011 dürfte noch einmal ein leichter Rückgang zu verzeichnen sein. 
  • Die Zahl der Prüfungsteilnehmer in der Weiterbildung ist in 2010 auf 1086 erneut gestiegen. Der 10%-Anstieg im Vorjahresvergleich ist vor allen Dingen auf die um rund 1/3 gestiegene Zahl an Teilnehmern und Absolventen gewerblich-technischer Weiterbildungsprüfungen zurückzuführen. Ein weiterer Anstieg ist 2011 zu erwarten.
  • 2011 wird das Programm EVA Fortbildung eingeführt. In den nächsten 2 Jahren soll damit die Organisation sämtlicher Weiterbildungsprüfungen abgewickelt werden. Die Vorteile des Programms liegen in einer Unterstützung des Workflows, einer transparenteren Übersicht der Prüfungsstati der Teilnehmer und damit einer besseren Möglichkeit der Vertretung sowie einer integrierten Formularsammlung.

Fach- und Sachkunde 

  • Im Bereich der Fachkundeprüfungen für angehende Unternehmer im Güterkraftverkehr und im Taxi- und Mietwagengewerbe war die Zahl der Prüfungsteilnehmer im Vorjahresvergleich um 20% rückläufig. Ein deutlicher Anstieg war dagegen bei den Prüfungen von Fahrpersonal in 2010 zu verzeichnen gewesen. Im Bereich Gefahrgutfahrer wurden mit  570 Personen rund 13 % mehr geprüft. Die Prüfungen angehender Berufskraftfahrer ist mittlerweile voll aufgebaut. Im Durchschnitt werden 10 Personen alle 2 Wochen von uns geprüft. In 2011 werden wir diese Prüfungen am PC, online, abnehmen. Dazu wurde eine Kooperation mit der F&U abgeschlossen. Angesichts der guten Wirtschaftsaussichten ist ein Anstieg von Prüfungsteilnehmern im Bereich der Sach- und Fachkundeprüfungen in 2011 zu erwarten.

Situation in den Bildungszentren

  • Im Bereich der Modul- und Grundausbildung für die Auszubildenden hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren kaum eine Veränderung ergeben. Durch die Bemühungen der Firmen ihren Facharbeiterstamm zu sichern, ist auch mittelfristig mit einer zufrieden stellenden Belegung zu rechnen. Dies hängt allerdings sehr davon ab, ob der Markt genügend geeignete Bewerber bietet.
  • Die Fachlehrgänge für Auszubildende weisen ebenfalls konstante, bzw. in Erbach steigende Zahlen auf. Hier ist die Auslastung sehr stark von der Ausbildungssituation der externen Betriebe, die nicht die Modulausbildung der Bildungszentren nutzen, abhängig. Kurzfristig wird mit ähnlicher Auslastung wie bisher gerechnet.
  • Deutliche Einbußen gab es 2010 bei der Weiterbildung für Fachkräfte in beiden Bildungszentren. Durch die geförderte Weiterbildung gemäß AZWV wird im Bereich der beruflichen Weiterbildung ein deutliches Wachstum angestrebt; dazu wurden die Bildungszentren 2010 eigens zertifiziert. 

Netzwerke und internationale Zusammenarbeit

  • Mit dem Netzwerk Elektromobilität Darmstadt Rhein Main Neckar hat sich die IHK Darmstadt mit weiteren Partnern wie der Stadt Darmstadt, der HSE und dem Darmstädter Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF dem Zukunftsthema angenommen. Das Netzwerk behandelt dabei Elektromobilität ganzheitlich und beschränkt sich nicht nur auf Elektroautos. Bereits nach der Auftaktveranstaltung fanden sich erste Partner, die Projekte zusammen angehen möchten.

Standortbedingungen

  • Die Stadt Darmstadt hat in 2010 den Kauf der Anteile der E.ON AG an der HSE im Wert von rund 300 Millionen Euro beschlossen. Während dies in den Medienberichten als "großer Coup" gefeiert wurde, sah die IHK Darmstadt dieses Vorhaben äußerst kritisch und hat gegenüber dem Darmstädter Oberbürgermeister, der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung und dem Aufsichtsrat der HEAG Holding AG schriftlich Stellung bezogen und insbesondere auf die finanziellen Gefahren für die Stadt hingewiesen. So kritisch einerseits die Resonanz auf unsere Position seitens der Darmstädter Politik war, so positiv und zahlreich waren andererseits die Reaktionen in den vielen Emails und Leserbriefen durch Vertreter der Wirtschaft.
  • 2. Auflage der Broschüre „Mittelzentren im Wettbewerb“ wurde erarbeitet und im Oktober präsentiert. Mit derselben Methodik und fast identischen Indikatoren haben wir zum zweiten Mal nach 2007 die 16 Mittelzentren und vier Unterzentren unseres Kammerbezirks dieser vergleichenden Analyse unterzogen. Wichtiger als die Rangliste (Bensheim und Weiterstadt erneut an der Spitze) sind uns die Ergebnisse und Unterschiede bei einzelnen Indikatoren. Ziel ist, auf der Grundlage der Indikatoren mit den Kommunen eine konstruktive Diskussion über die künftige Entwicklung und eine aktive wirtschaftsfreundliche Politik zu führen.
  • Die Diskussion um die Weiterentwicklung der Metropolregion FrankfurtRheinMain und der Zusammenarbeit in der Region haben wir intensiv begleitet. Anlässlich der Evaluierung des Ballungsraumgesetzes haben wir uns mit unserer Stellungnahme und mit der Veranstaltung „Metropolregion FrankfurtRheinMain zwischen freiwilliger Kooperation und Zwangsverband“ im Juni 2010 positioniert. Im zweiten Halbjahr folgten zahlreiche Gespräche mit Vertretern aus der Staatskanzlei und den Landtagsfraktionen. Dabei haben wir immer wieder darauf hingewiesen, dass wir uns ganz ausdrücklich gegen einen gesetzlichen Zwangsverband wenden. Noch eine Institution, die umlagefinanziert auf einer Metaebene arbeitet, brauchen wir nicht. Daneben ist die polyzentrische Struktur der Region ein Erfolgsfaktor für den Ballungsraum. Diese Struktur gilt es durch bessere kommunale Zusammenarbeit zu stärken und nicht durch Zentralisierung zu schwächen.
  • Im Ausschuss für Tourismus wurden Tourismuspolitische Positionen erarbeitet, in denen die wesentlichen Forderungen zur Stärkung der Tourismuswirtschaft und zur Förderung der südhessischen Destinationen in ihrer Angebotsentwicklung und -Vermarktung formuliert sind. Das Positionspapier dient als Grundlage für die Diskussion mit touristischen Akteuren und Politik.
  • Nord-Ost-Umgehung (NOU) Darmstadt: Nachdem die Bürgerinitiative Ohne Nord-Ost-Umgehung einen Bürgerentscheid zur Aufhebung des Bebauungsplanbeschlusses erreichte, musste die Stadtverordnetenversammlung erneut über den Bebauungsplanbeschluss abstimmen. Im Vorfeld der Entscheidung haben wir erneut auf die Bedeutung der Straße für die regionale Wirtschaft hingewiesen. Mit Erfolg: der Bebauungsplan wurde beschlossen und ist rechtskräftig. Auf einen baldigen Baubeginn ist nach dem Haushaltsbeschluss der Darmstädter Kommunalpolitiker allerdings nicht zu hoffen. Mit Verweis auf die knappen Haushaltmittel wurden die Gelder für die Nord-Ost-Umgehung nicht eingestellt.
  • ICE-Halt Darmstadt: Nachdem eine Einigung auf eine gemeinsame Position in der Diskussion um den ICE Halt Darmstadt auch Anfang des Jahres nicht in Sicht war, hat sich unter Moderation von Herrn Dr. Bach die IHK dafür eingesetzt, die regionalen Spitzen zu einem Konsens zu bewegen. Ein reger Austausch auf Arbeitsebene und Gespräche mit dem hessischen Verkehrsministerium konnten allerdings keine politische Einigung herbeiführen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Die IHK wird sich auch 2011 für die Realisierung der Neubaustrecke Frankfurt/ Rhein-Main – Mannheim und eine adäquate Anbindung der Region an die ICE-Trasse einsetzen.
  • Zusammen mit den örtlichen Institutionen haben wir uns für die Höherstufung der Ortsumfahrung Groß-Bieberau B38 eingesetzt. Weiter haben wir die Initiative von Landkreis und Wirtschaftsförderung Bergstraße unterstützt, erneut den durchgängigen vierstreifigen Ausbau der B 47 von Worms bis zur Autobahnanschlussstelle Lorsch gegenüber dem Bund zu fordern. Nach Jahrzehnten der Forderung gab es 2010 die überraschende Zusage des BMVBS, dass die noch fehlenden Abschnitte durch das ASV geplant werden können, da sie nach Neubeurteilung durchs Ministerium als Autobahnquerverbindung von übergeordneter Bedeutung seien. Eine wichtige Hürde wurde also genommen. Beide Maßnahmen sind auch in unserem Verkehrsleitbild erhalten.
  • Unser permanenter Einsatz für den Bau der Landebahn Nordwest in den letzten Jahren hat sich gelohnt! Die Landebahn soll bis Herbst 2011 fertiggestellt sein. Wir begrüßen die Fortschritte, da die Leistungsfähigkeit des Flughafens eine ganz entscheidende Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaft und der Arbeitsplätze hat - nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern auch für sehr viel weitere Bereiche, die von diesem Ballungsraum abhängig sind. Jetzt gilt es allerdings, die Lärm- und Umweltbelastung für die betroffenen Anwohner zu beachten und in Grenzen zu halten. Deshalb muss intensiv diskutiert werden, welche Leistungsfähigkeit des Flughafens unter Ausnutzung aller Lärmschutzmaßnahmen (z. B. Flugrouten, leisere Maschinen) unter Abwägung aller Belange für notwendig und für die Betroffenen noch als zumutbar angesehen wird. Über die ARGE hessischer IHKs arbeiten wir deshalb im „Anti-Lärm-Pakt“ mit.

Weitere Themen: 

  • Rechtspolitisch war das Jahr 2010 unter anderem durch Themen wie die arbeitsrechtliche Befristung bestimmt. Eine beeindruckende Zahl von Unternehmen hatten in einer Fragebogen-Aktion ihre Forderungen artikuliert, die im Übrigen die bisherige Position der IHK-Organisation bestätigten.
  • Weiterhin konnten wir unter anderem mit südhessischen Unternehmern ein kritisches Positionspapier zum Thema „Arbeitnehmerdatenschutz“ erarbeiten.


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4. Planung und Steuerung der IHK Darmstadt


Die in der IHK Darmstadt eingesetzten Managementsysteme dienen der effizienten Steuerung aller Geschäftsprozesse. Auch im Berichtsjahr erfolgte eine kontinuierliche Weiterentwicklung des seit  2006 eingeführten Controlling-Informationssystem CIS.

Im Hause setzen wir vier Verwaltungssoftwarelösungen der GfI, dem IHK-eigenen DV-Systemhaus,  in den Bereichen Berufsausbildung, Rechnungswesen, Beitrag und Stammdatenerfassung ein.

Das 2008 eingeführte Wiki (ähnlich wie die Internet Arbeitsplattform Wikipedia) als Mittel des Wissensmanagements für Mitarbeiter der IHK, ist ständig erweitert worden und hat sich zum zentralen Wissensvermittlungsmedium entwickelt.

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5. Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2010 sind die geplanten Betriebserträge um 247 T€  (1,4 %) unterschritten worden. Gleichzeitig fiel der Betriebsaufwand mit 12.711 T€ um 1.680 T€ (11,7 %) geringer als geplant aus. Das Finanzergebnis lag mit -141 T€ um -393 T€ unter den Planwerten. Insgesamt ergab sich ein Betriebsergebnis von 5.398 T€.   

Das Jahresergebnis wird mit 4.928 T€ ausgewiesen.

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6. Vermögens- und Finanzlage


Die Bilanzsumme verringert sich gegenüber der Vorjahresbilanz um 3.671 T€ auf 29.567 T€.


Für immaterielle Vermögensgegenstände erfolgten Neuanschaffungen in Höhe von 29 T€. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen liegen mit 136 T€ unter den Abschreibungen, so dass sich hier eine Verringerung um 156 T€ ergibt.

Die Verminderung bei den Finanzanlagen beträgt 1.306 T€. Bei Gesamtinvestitionen in Höhe von 9.706 T€ wurden 9.292 T€ auf den IHK Darmstadt Treuhand e. V. übertragen.   

Die Vorräte haben sich im Wesentlichen durch die Bewertung der unfertigen Leistungen aus der Ausbildungsbetreuungsgebühr (Eintragung nach dem 31.03.2009) um 95 T€ erhöht. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen um 463 T€ über dem Vorjahres-wert. Für sonstige Wertpapiere waren erstmals 511 T€ zu bilanzieren. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten haben sich um 3.352 T€ verringert. Die aktiven Rechnungs-abgrenzungen haben sich durch entsprechende Vorauszahlungen um 63 T€ erhöht.


Die Veränderungen im Eigenkapital betreffen die Erhöhung der Nettoposition (2.500 T€), die Rücklagen (2.342 T€) und das Ergebnis (1.110 T€).  
 

Der Ansatz der Rückstellungen hat sich verringert. Hierzu hat vor allem die Anwendung der im BilMoG vorgesehenen Saldierung von Altersversorgungsverpflichtungen (13.985 T€) mit Deckungsvermögen (9.292 T€) beigetragen, so dass sich dieser Bilanzposten auf 4.693 T€ beläuft und damit um 8.723 T€ unter dem Vorjahresausweis liegt. Die sonstigen Rückstellungen sind um 96 T€ gestiegen.


Die Verbindlichkeiten haben sich um 130 T€ auf 637 T€ erhöht.  


Die Position „Passiver Rechnungsabgrenzungsposten“ verringerte sich um 103 T€.

Die Bilanz trägt allen heute erkennbaren Risiken aus unbeständigen Beitragserträgen, die aufgrund von konjunkturellen Schwankungen oder aus den Abrechnungsverfahren selbst resultieren können, und sonstigen Verpflichtungen Rechnung. Durch die Bildung von pflichtmäßigen und zweckgebundenen Rücklagen und Rückstellungen, bei gleichzeitiger finanzieller Deckung durch das Finanzanlagevermögen, ist eine solide Finanzlage gegeben. Die Rücklagen wurden erneut verbessert.

Die Handlungsfähigkeit und die sachgerechte Aufgabenerfüllung der IHK Darmstadt sind mittelfristig gesichert.


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7. Investitionen


Für Softwareanschaffungen sind 29 T€ aufgewendet worden. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen belaufen sich auf 136 T€ und betreffen vor allem Ausstattung für die Bildungszentren und Seminarräume in Darmstadt, Betriebs- und Geschäftsausstattung einschl. Sammelposten sowie eine Erneuerung der Außentüren-Schließanlage. Bei den Finanzanlagen sind Gesamtinvestitionen in Höhe von 9.706 T€ erfolgt.

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8. Personal

Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt beschäftigte zum Jahresende 2010 inklusive der Auszubildenden 114 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wegen der Vergleichbarkeit mit den Bilanzzahlen werden diese in Stellenanteilen aufgeführt. Dies bedeutet in Stellenanteilen 101,69 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (hier enthalten sind 7 Geschäftsführer/ Geschäftsbereichsleiter, 87,69 Angestellte, 7 Auszubildende). Darüber hinaus sind 0,5 Beschäftigte in einer Sondereinrichtung (IHK-Innovationsberatung Hessen) fremdfinanziert tätig. Die Mitarbeiterzahl ist im Vergleich zum Vorjahr (100,24 Stellenanteile) leicht gestiegen. Dies begründet sich durch Nach- und Umbesetzungen sowie Elternzeitvertretungen. Als Aushilfen befristet beschäftigt waren im Jahr 2010 11 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 5 Mitarbeiterinnen befanden sich in Elternzeit. 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen das seit dem 1. Juli 2002 praktizierte Altersteilzeitmodell, davon ist derzeit 1 Mitarbeiterin in der Freistellungsphase.
 

Von den 114 Beschäftigten arbeiten 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Teilzeitarbeitsverhältnis, das entspricht einer Quote von 29,82 % und liegt im Vergleich zum Vorjahr geringfügig niedriger. Der Frauenanteil betrug im Jahr 2010 66,67 %, bezogen auf Geschäftsführung/Geschäftsbereichsleitung waren es 14,29 %.

Für ihr Engagement zur Verbesserung familienfreundlicher Arbeitsbedingungen ist die IHK Darmstadt mit dem Grundzertifikat „Audit Beruf und Familie“ der gemeinnützigen Hertiestiftung ausgezeichnet und in 2009 erfolgreich reauditiert worden. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeit und gleitende Arbeitszeit gibt es bei der IHK Darmstadt schon seit Jahren. Die vorhandenen familienfreundlichen Bedingungen sollen weiter ausgebaut werden. Mit dieser Personalpolitik präsentiert sich die IHK Darmstadt als attraktiver Arbeitgeber für motivierte und qualifizierte Fachkräfte.


Das betriebliche Gesundheitsmanagement der IHK Darmstadt hat zum Ziel, die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter langfristig zu erhalten und zu fördern. Zum Paket der präventiven Gesundheitsförderung zählen regelmäßige Ersthelfer-Ausbildung, Überprüfen von Arbeitsplätzen, betriebsärztliche Pflicht- und Angebotsuntersuchungen, Darkmkrebsvorsorge, Grippeschutzimpfung, mobile Massagen sowie Kurse zur Rückenschule.

 

Die IHK Darmstadt bildet 7 Auszubildende in den Berufen Kaufleute für Bürokommunikation und Veranstaltungskaufleute aus. Im August 2010 haben 3 junge Leute mit ihrer Ausbildung in dem Beruf „Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation“ begonnen. Darüber hinaus bietet die IHK Darmstadt regelmäßig Praktika für Schüler und Studenten an und stellt eine Wahlstation und eine Verwaltungsstation für Rechtsreferendare innerhalb der juristischen Ausbildung zur Verfügung.

 

Die IHK Darmstadt investiert in die Fortbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Gesamtbudget für Weiterbildungsmaßnahmen umfasste ca. 69.000 €. Die Steigerung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich durch Schulungen im Rahmen unseres neuen Internetauftritts (IHK 24).

 

Der Präsident und der Hauptgeschäftsführer der IHK Darmstadt danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern des Personalrats für ihren Einsatz und die gute Leistung im vergangenen Jahr.

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9. Risikobericht


Die finanzielle und wirtschaftliche Situation der IHK Darmstadt wird maßgeblich durch die konjunkturelle Lage im IHK-Bezirk geprägt, da das Beitragsaufkommen unmittelbar von der Anzahl und der Ertragslage der Mitgliedsunternehmen abhängig ist. Ein finanzielles Risiko besteht darin, dass nur rund 50 Unternehmen etwa ein Drittel der Beitragseinnahmen leisten, Veränderungen in einzelnen Unternehmen sich also unmittelbar auf die Ertragssituation der IHK Darmstadt auswirken können. Dies steht aktuell nicht zu erwarten.

Die Auswirkungen der Finanzkrise haben die IHK nicht in dem Maße erreicht, wie das über die angestellten Szenarien prognostiziert wurde. Die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung erlaubt eine positive Bewertung. Die Bereitschaft, Ausbildungsplätze zu schaffen und in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren, ist ebenfalls von der jeweiligen Wirtschaftslage abhängig. Auch hier hat das Jahr 2010 Zuwächse gebracht.

Allen dennoch drohenden Einnahmerisiken ist mit gezielter Rücklagenbildung und ausreichender Liquiditätsausstattung Rechnung getragen. 

Auf Gefährdungen, die die täglichen Geschäftsabwicklungen beeinträchtigen könnten, reagiert die IHK Darmstadt mit internen Kontrollmechanismen. Im Jahr 2010 wurde das Interne Kontrollsystem um eine Innenrevision erweitert. Zusätzlich fand eine Erhebung und  Bewertung der Risiken anhand des DIHK-Risikokompasses statt, dessen Aktualisierung im Jahr 2011 folgt. Beachtung und Weiterentwicklung von Qualitätsstandards sind unverändert feste Größen.

 

Der bestehende Versicherungsschutz deckt alle vorhandenen und absehbaren Risiken.


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10. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag


Über die normale Entwicklung der Geschäftstätigkeit hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag hervorzuheben.


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11. Konjunktureller Ausblick auf 2011: Aufschwung hält an


Der Aufschwung in Südhessen geht zu Jahresbeginn 2011 weiter. 44 Prozent der Unternehmen berichten zum Jahreswechsel von guten Geschäften, nur neun Prozent von schlechten. Die Erwartungen an die ersten Monate des Jahres 2011 sind positiv. Rund 30 Prozent der Unternehmen erwarten bessere Geschäfte als im Jahr 2010 und weitere 50 Prozent immerhin gleich bleibende. 13 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
 

Beschäftigung:
Der Aufschwung erfasst auch den Arbeitsmarkt. 17 Prozent der Unternehmen sind auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. 71 Prozent halten die Zahl der Beschäftigten konstant. 12 Prozent müssen Stellen abbauen. Insgesamt ist von einer deutlichen Zunahme der Beschäftigung in den kommenden Monaten auszugehen.

 

Investitionen:
Die Investitionstätigkeit gewinnt deutlich an Fahrt. Erstmals seit Herbst 2007 stocken mehr Unternehmen die Ausgaben für Investitionen auf, wie Unternehmen die Budgets zurückfahren.

 

Exporte:
Das Auslandsgeschäft läuft rund. In der Industrie rechnet rund jedes zweite Unternehmen, das im Ausland aktiv ist, mit einer Zunahme der Ausfuhren in den ersten Monaten des Jahres 2011.

Beitragsaufkommen:
Die wirtschaftliche Entwicklung und die mittelfristigen Szenarien zeigen, dass die Aufgaben der IHK Darmstadt mittelfristig mit einem um 20 % verringerten Umlage-Hebesatz gewährleistet werden können. Deshalb wurde festgelegt, für die kommenden Jahre einen Hebesatz von 0,25 % (2010: 0,31 %) anzustreben. Davon abweichend ist für das Jahr 2011 einmalig ein Hebesatz von 0,10 % beschlossen worden.


Darmstadt, 07.02.2011

Dr. Hans-Peter Bach
Präsident

Dr. Uwe Vetterlein
Hauptgeschäftsführer

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