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IHK-UMFRAGE

Gute Lage, sorgenvolle Blicke in die Zukunft

Konjunktur im Herbst 2011: Geschäfte laufen auf hohem Niveau / Erwartungen kühlen sich ab / Beschäftigung und Investitionen nehmen zu

Pressemeldung Nr. 30 vom 18. Oktober 2011 - „Die Wirtschaft in Südhessen läuft gut. In den kommenden Monaten rechnen wir aber mit einer Abkühlung“, fasst Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2011 zusammen. Die Umfrage zeigt bei den  Unternehmen in der Region eine deutlich angespanntere Stimmung als zuletzt. „Schuldenkrise, Euro-Diskussion und Meldungen aus USA oder China verunsichern ganz erheblich. Was auf uns tatsächlich zukommt, ist nicht abzusehen“, so Vetterlein. Allerdings blickten die südhessischen Unternehmen sehr viel gelassener auf die Entwicklung der nächsten Monate als dies die Prognosen der Forschungsinstitute tun. Insbesondere die Erwartungen an das Auslandsgeschäft seien überraschend positiv.

Trotz aller Risiken rechnet die IHK mit einer Zunahme der Investitionen und einem weiteren Anstieg der Beschäftigung. Die Unternehmen setzen auf neue Produkte und Verfahren, eine beachtliche Zahl plant den Ausbau der Produktionskapazitäten.

Industrie weiter auf Wachstumskurs

Neun von zehn Industrieunternehmen berichten von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Nur zehn Prozent sprechen von einem schlechten Geschäftsverlauf. Besonders gut läuft das Auslandsgeschäft. 42 Prozent der exportierenden Industrieunternehmen rechnen sogar mit einer Zunahme der Ausfuhren bis zum Ende des Jahres, nur acht Prozent mit einem schwierigeren Auslandsgeschäft. Insgesamt kühlen sich die Erwartungen ab, trotzdem erwartet die Mehrheit der Unternehmen einen besser oder zumindest gleich bleibenden Geschäftsverlauf. Ein Drittel aller Industrieunternehmen plant die Investitionen auszuweiten.

Ähnliches melden die Unternehmen aus Baugewerbe, Großhandel, Verkehrsgewerbe und die unternehmensnahen Dienstleister zurück. Dagegen hat sich die Entwicklung im Einzelhandel in den Sommermonaten abgeschwächt. Die Unternehmen beobachten die Entwicklung in Richtung Weihnachtsgeschäft mit gemischten Gefühlen.

Zunahme der Beschäftigung erwartet

In den kommenden Monaten ist mit einer weiteren deutlichen Zunahme der Beschäftigung zu rechnen. Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern sind vor allem die Unternehmen aus der Industrie, dem Großhandel, dem Bau- und Verkehrsgewerbe sowie die unternehmensnahen Dienstleister. In einigen Branchen wie beispielsweise bei Verkehr und Logistik können viele angebotene Stellen nicht besetzt werden.

Staatsschuldenkrise als Risiko

In einer Zusatzfrage zum Konjunkturbericht fragte die IHK Unternehmen, welche besonderen Risiken sie für die künftige wirtschaftliche Entwicklung sehen. Fast jedes zweite Unternehmen führte die Staatsschuldenkrise in Europa und in den Vereinigten Staaten als Risiko an. Weiterhin genannt wurden ein möglicher Einbruch der inländischen Nachfrage als Folge der Verunsicherung aus der Schuldenkrise, umgekehrt aber die zunehmende Knappheit an gut qualifizierten Fachkräften und die steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe. Vor allem der letzte Punkt brennt auch Wolfgang Koehler, Geschäftsführer der Darmstädter Privatbrauerei und Mitglied der IHK-Vollversammlung unter den Nägeln: „Die gestiegenen Preise für Hopfen und Malz wirken sich massiv auf die Herstellungskosten unseres Bieres aus. Diesen Aufschlag müssen wir an die Kunden weitergeben, da bleibt uns nichts anderes übrig.“ Die allgemeine Verunsicherung wegen Euro-Krise und der Staatsverschuldung in Europa schlägt sich auch im Gastgewerbe nieder. „In den nächsten Monaten werden wir das zu spüren bekommen“, fürchtet er. 

IHK informiert regelmäßig

Die IHK Darmstadt berichtet regelmäßig über die konjunkturelle Situation in ihrem Bezirk. An den viermonatlichen Umfragen beteiligen sich rund 1.000 Unternehmen aller Wirtschaftszweige. Die aktuelle Befragung wurde im September abgeschlossen.

Der ausführliche Konjunkturbericht steht als pdf-Datei im Internet unter www.darmstadt.ihk.de zum Herunterladen zur Verfügung. In gedruckter Form kann der Report bei Gül Altinay, Geschäftsbereich Standortpolitik, Telefon: 06151 871-222, E-Mail: altinay@darmstadt.ihk.de bestellt werden.

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