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EU-KOMMISSION

IHK kritisiert geplante EU-Norm

Die EU-Kommission plant, eine Norm für Dienstleistungen einzuführen. Davon hält IHK-Experte Martin Proba nichts: „Dass sich die EU-Kommission jetzt  anschickt, Dienstleistungen normieren zu wollen, zeugt von wenig Verständnis für dieses Feld der Wirtschaft.“ Dienstleistungen seien immer individuell auf den Kunden zugeschnitten, vom Haarschnitt bis hin zur komplexen Beratung. Ein Ergebnis könne nicht vorab normiert werden.

„Unternehmen standardisieren die Prozesse, wie sie Leistungen erbringen. Das ist die unternehmerische Freiheit und Teil des Wettbewerbs“, sagt Proba. Solche Prozesse sollten nicht per Gesetz geregelt werden.

Auch der Dienstleistungsexperte des DIHK, Sven Hallscheidt, kritisiert die Pläne der EU-Kommission: „Die Industrie mit dem Dienstleistungssektor zu vergleichen, verbietet sich schon angesichts der sehr unterschiedlichen Wertschöpfungsprozesse bei der Erstellung von Serviceprodukten.“ Es mache einen Unterschied, ob man eine Maschine oder ein Wellness-Wochenende verkaufe.

Hallscheidt warnt davor, die kleinen und mittleren Unternehmen mit weiterer EU-Bürokratie zu überfrachten. „Wichtiger ist es im Dienstleistungssektor, die Handelshemmnisse im Binnenmarkt weiter abzubauen“, sagt der DIHK-Spezialist.

Martin Proba von der IHK Darmstadt weist außerdem darauf hin, dass die Dienstleistungswirtschaft sich an den Stellen, wo es angeraten sei, bereits selbstständig Normen gesetzt habe: „Es gibt beispielsweise Gütesiegel für Immobilienmakler, Gütesiegel und Normen für die Gebäudereinigung und auch der Bundesverband der Unternehmensberater hat sich Qualitätskriterien gesetzt“, sagt Proba und warnt: „Hände weg von Normen für Dienstleistungen!“

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