Bildungswirtschaft in Südhessen und Deutschland: Ein Bild betrieblicher Vielfalt
Wer über Suchmaschinen im Internet nach dem Stichwort Bildungswirtschaft sucht, stößt auf ein merkwürdig kleines Konglomerat von Treffern, die in ihrer Art höchst anschaulich illustrieren, wie wenig Informationen es über diesen Teil des Dienstleistungssektors bis heute gibt. Allein die begriffliche Eingrenzung der Bildungswirtschaft ist nicht einfach.
Die IHK Darmstadt ordnet ihre Mitglieder über die international verwendete Systematik der Wirtschaftszweige den Branchen zu, wie bei einer amtlichen Statistik nicht anders zu erwarten sehr holzschnittartig, mitunter wirklichkeitsfremd. Streng an deren Begrifflichkeit ausgerichtet, zählen zur Bildungswirtschaft der privatwirtschaftlich organisierte Teil des "Abschnitt M", Erziehung und Unterricht: private Schulen, Weiterbildungsanbieter aber auch Segelschulen. In diesem Abschnitt gibt es im Bezirk der IHK Darmstadt gerade einmal 70 Unternehmen, die in das Handelsregister eingetragen sind, (von rund 15.000). Das bekannteste dürfte dabei die Studiengemeinschaft Darmstadt sein, die bundesweit Erwachsenenweiterbildung per Fernkurs anbietet, darunter auch Lehrgänge, die in die Prüfungshoheit der IHK fallen. Gesucht und gefunden werden sie über die Firmendatenbank der IHK Darmstadt mit dem Branchensuchbegriff "Bildung".
Außerhalb dieses "systematischen" Bereiches fallen die Verlage auf, die Lehr- und Unterrichtsmaterial für die Bildungsträger und ihre Kunden herstellen. Auch davon gibt es im Bezirk der IHK Darmstadt einige, allerdings sind sie wegen eines zumeist breiter gefächerten Verlagsprogrammes erst recht nicht zu identifizieren, ohne dass Leistungen und Produkten bekannt sind. Gleiches gilt für die herstellenden Betriebe, deren Produktion Möbel und technische Ausrüstung für das Bildungswesen umfasst. Nicht zu vergessen schließlich sind die Softwarehäuser, die sich nimmermüde der Aufgabe widmen, klassische Bildungskomponenten durch elektronische Lösungen zu ergänzen oder gar zu ersetzen.
Aber Darmstadt wäre nicht Darmstadt, wenn es nicht auch im Bereich Bildungswirtschaft eine Besonderheit aufzuweisen hätte: In Darmstadt nämlich hat - seit 1992 - der Didacta Verband e.V. - Verband der Bildungswirtschaft seinen Sitz, der sich im Internet so vorstellt:
"Der Didacta Verband e.V. vertritt die Interessen der Unternehmen der Bildungswirtschaft gegenüber der Politik, der Gesellschaft und dem Markt.Die hier zusammengeschlossenen Firmen und Organisationen entwickeln, produzieren und vertreiben Produkte und Dienstleistungen für alle Bildungsbereiche, von der Kindertagesstätte über Schule, Hochschule und Ausbildung bis hin zur Weiterbildung.Gemeinsam setzen sich die Verbandsmitglieder dafür ein, die Marktchancen im nationalen und internationalen Wettbewerb zu verbessern und geeignete Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertige Angebote von Lehr- und Lernmitteln, Einrichtungen und Ausstattungen, aber auch für Seminare und Trainings, zu schaffen."
So ist es am Ende doch das Internet, dass - über die Verbandsdarstellung - ein erhellendes Licht auf die Bildungswirtschaft in Deutschland wirft: Die Mitglieder des Verbandes, dort über eine Suchmaske von A bis Z abzurufen, illustrieren die Vielfältigkeit dieser Branche, sei es nun die Akzente Spiel- und Lernverlag GmbH in Moers oder die P. Zimmermann GmbH in Nittendorf - nicht zufällig wohl beides Verlage.