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URLAUB

Urlaub: Abgeltung und Berechnung

Das Thema Urlaubsabgeltung führt immer wieder zu Rechtsstreitigkeiten vor dem Arbeitsgericht, da noch viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Auffassung sind, dass man nicht genommenen Urlaub finanziell abgelten kann.

1. Begriff der Urlaubsabgeltung

Die Urlaubsabgeltung betrifft den Fall, dass wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Urlaub ganz oder teilweise nicht gewährt werden kann.

Hiervon zu unterscheiden sind die Begriffe

  • Urlaubsentgelt, d. h. die Fortzahlung von Lohn und Gehalt während des Urlaubs
  • Urlaubsgeld, d. h. eine betriebliche Sonderzuwendung (z. B. auf Grund von Arbeits- oder Tarifvertrag), die über das Urlaubsentgelt hinaus gezahlt wird.

Grundsätzlich muss Urlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Nur wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe es rechtfertigen, ist eine Übertragung des Urlaubs in das nächste Kalenderjahr statthaft. Im Fall der Übertragung muss der Urlaub bis zum 31. März des Folgejahres gewährt und genommen werden. Kommt es auch in dieser Übertragungszeit nicht zum Urlaub, verfällt der Resturlaubsanspruch.

Nicht genommener Urlaub kann nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) grundsätzlich nicht abgegolten, d. h. durch Geldzahlung ausgeglichen werden.

Eine vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber über eine Urlaubsabgeltung, die nicht den unten beschriebenen Sonderfall des § 7 Abs. 4 BUrlG betrifft, ist daher nichtig.

Sonderfall: Arbeitsunfähigkeit

Auch bei Arbeitsunfähigkeit entstehen grundsätzlich Urlaubsansprüche. Diese verfallen jedoch - nach der neueren Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) und des Bundesarbeitsgerichts (BAG) seit 2009 - spätestens 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahrs. Bei dem übergesetzlichen Urlaub kann - beispielsweise im Arbeitsvertrag - eine kürzere Verfallfrist vereinbart werden. Nach dieser geänderten Rechtsprechung des BAG (Urteil des BAG vom 24.3.2009 – 9 AZR 983/07) hat der Arbeitnehmer - anders als bisher - auch dann einen Abgeltungsanspruch, wenn das Arbeitsverhältnis endet, bevor er wieder arbeitsfähig ist.

Wenn das Arbeitsverhältnis durch Tod des Arbeitnehmers endet, kommt eine Abgeltung hingegen nicht in Betracht.

Berechnung:

Die Berechnung des Abgeltungsanspruchs richtet sich nach der Berechnung des Urlaubsentgelts (zum Begriff siehe oben).

Seite 1: Begriff der Urlaubsabgeltung
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