- Telefon: 06151 871 252
- Fax: 06151 871 100 252
Ein wichtiger kultureller Aspekt in Afghanistan ist die Gastfreundlichkeit gegenüber Freunden oder Besuchern. Es ist eine afghanische Tradition, Gäste herzlich willkommen zu heißen und die afghanische Geschichte zeigt zahlreiche Beispiel von Loyalität gegenüber Freunden auf.
Geschäftskultur
Um Geschäfte in einem fremden Land zu tätigen, ist es wichtig, die kulturellen Besonderheiten des jeweiligen Landes zu kennen, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. In Afghanistan und den umliegenden Regionen ist es wichtig, Verständnis für die Verpflichtungen vor Ort, sowie Geduld und ein gewisses kulturelles Fingerspitzengefühl für die Lebens- und Arbeitsweisen den Menschen dort aufzubringen.
Für langfristig orientierte Unternehmen gibt es in diesem, sich schnell verändernden Umfeld viele Möglichkeiten. Allerdings muss man gewillt sein, zu dem Aufbau des Landes einen Teil beizutragen. Gegenseitiger Respekt, Toleranz und interkulturelles Feingefühl sind der Schlüssel für erfolgreiche Geschäfte in Afghanistan.
Weitere Informationen zu kulturellen Unterschieden finden sie auf folgender Webseite: http://www.everyculture.com/A-Bo/Afghanistan.html
Essen und Wirtschaft
Essensgewohnheiten des täglichen Lebens: Grundnahrungsmittel sind Fladenbrot, welches auf einer Eisenplatte auf offenen Feuer gebacken wird. Das Brot wird in eine leichte Fleischbrühe getunkt. Joghurt und andere Milchprodukte (Butter, Sahne und getrocknete Buttermilch) sind wichtige Nahrungsbestandteile, sowie Zwiebeln, Erbsen und Bohnen, getrocknete Früchte und Nüsse. Reis wird nur in bestimmten Gebieten gegessen. Rühreier mit Tomaten und Zwiebeln ist ein gängiges Gericht.
Essen wird mit verschiedenen Ölen, u.a. auch aus Schafschwänzen, zubereitet. Tee wird zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken. Die erste Tasse des Tages wird mit Zucker getrunken und andere Süßigkeiten werden im Mund behalten, während der Tee getrunken wird. Andere gängige Getränke sind Wasser und Buttermilch. Afghanen benutzen die rechte Hand, um aus einer gemeinsamen Schüssel auf dem Boden zu essen. Zu Hause, wenn keine Gäste anwesend sind, teilen sich Männer und Frauen die Mahlzeiten. An den Straßen und auf den Märkten gibt es viele kleinere Restaurants, die sowohl als Gaststätte als auch als Teehäuser dienen.
Die allgemeinen Islamischen Prohibitionen auf bestimmte Nahrungsmittel sind in Afghanistan respektiert. Zum Beispiel wir Fleisch nur von Tieren gegessen, die auch nach islamischer Art und Weise geschlachtet worden sind. Alkohol, Schwein und Wildschwein werden nicht verzehrt. Trotzdem stellen Mache heimlich Wein für den Eigenverbrauch her. Die Schiiten vermeiden außerdem den Verzehr von Kaninchen und Wildhase.
Heirat, Familie und Verwandtschaft
Heirat: Heirat wird als Verpflichtung angesehen und Scheidungen sind selten und verpönt. Polygamie ist erlaubt und alle Frauen werden gleich behandelt. Sie ist jedoch in Afghanistan nicht üblich, und tritt nur in Kraft, wenn ein Mann sich der Witwe seines Bruders gegenüber verpflichtet fühlt. Allgemein üblich ist es, innerhalb einer Sippe zu heiraten. Trotzdem versuchen Familien ihr Vermögen durch eine Heirat zu breiter zu fächern. Zusammenschlüssen zwischen Cousins kommen häufig vor.
Der erste Kontakt wird meist von Frauen gemacht, ohne dabei öffentliches Aufsehen zu erregen. Als zweites verhandeln die beiden Familien über die finanziellen Aspekte des Zusammenschlusses, über die Aussteuer und den Preis der Braut. Der nächste Schritt ist die offizielle Verlobung. Weibliche Verwandte von Seiten des Bräutigams bringen Geschenke zum Haus der Braut und es werden Süßigkeiten gegessen. Die Hochzeit an sich dauert drei Tage und wird von der Familie des Bräutigams bezahlt. Der Hochzeitsvertrag wird unterzeichnet und das Paar wird zusammengebracht. Die Braut wird in einer aufwendigen Prozedur zu ihrem neuen zu Hause gebracht.
Familienstruktur
Traditionell besteht der klassische Haushalt aus einem Mann und seiner Frau, seinen Söhnen mit Ehefrauen und Kindern und seinen unverheirateten Töchtern. Falls der Mann des Hauses stirbt, können die Söhne entscheiden zusammen zu beleiben, oder das Familienvermögen zu teilen. Das Machverhältnis unter Brüdern wird mehr von Fähigkeiten, wirtschaftlichem Einfluss und Prestige bestimmt, als vom Alter. Manchmal lässt sich ein Bruder seinen Teil des Familienvermögens auszahlen und verlässt die Gemeinschaft, solange der Vater noch am Leben ist. Eine Wohngemeinschaft beinhaltet nicht automatisch gemeinsame Haushaltsausgaben.
Solche Wohngemeinschaften sind in der Regel größer unter den Stammeszugehörigen einer Gesellschaft als unter der städtischen Bevölkerung.
Aufzucht und Erziehung von Kindern
Respekt und Unterwürfigkeit gegenüber Ältern sind wichtige Werte. Aber Selbstständigkeit, Eigeninitiative und Selbstvertrauen wird trotzdem hoch geschätzt.
Das wichtigste Ritual im Erwachsenwerden eines Jungens ist die Beschneidung, welche üblicherweise im Alter von 7 Jahren durchgeführt wird. Jungs lernen früh die Pflichten der Gastfreundlichkeit und das Umsorgen der Gäste, sowie die Pflege des Viehbestandes oder eines Geschäftes. Mädchen lernen ihrer Mutter zu helfen sobald sie stehen können. Sowohl Jungs als auch Mädchen werden Werte wie Ehre und Schande beigebracht und sie müssen lernen, wann man Stolz zeigen darf und wann Bescheidenheit angebracht ist.
Etikette
Junge Leute sprechen Ältere nicht bei Namen sondern bei einem Titel an. Ein Mann spricht seine Frau ebenfalls nicht bei Namen, sonder mit „Mutter meines Sohnes” an. Familiennamen sind ungewöhnlich, aber Kurz- oder Spitznamen werden oft gebraucht. Verwandtschaftsbezeichnungen werden oft gebraucht, um Freundschaft oder Respekt auszudrücken. Gastfreundlichkeit ist ein starker Gesellschaftswert. Wenn Essen serviert wird, wartet der Gastgeber bis alle Gäste mit essen begonnen haben. So bald das Geschirr abgeräumt wurde, habe die Gäste die Erlaubnis zu gehen, außer, wenn die über Nacht bleiben.
Zur Begrüßung schütteln sich zwei Männer die Hände und legen dann die rechte Hand ans Herz. Direkter physischer Kontakt zwischen Männern und Frauen wird vermieden. Falls sich beide eine lange Zeit nicht gesehen haben, umarmen und küssen sich Freunde und Verwandte und sprechen höfliche Phrasen. Wenn eine Person den Raum betritt, stehen die anderen auf und begrüßen ihn ausführlich.
Nachdem sich alle wieder gesetzt haben, werden noch weitere Begrüßungsfloskeln ausgetauscht. Spezifische Fragen zu früh in einem Gespräch werden als unhöflich gesehen. Um Zuneigung zu zeigen ist es gebräuchlich, sich darüber zu beschweren, keine Neuigkeiten erhalten zu haben.
Weiter Informationen über die Kultur in Afghanistan finden sie auf folgender Webseite: http://www.kwintessential.co.uk/resources/global-etiquette/afghanistan.html