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ZAHLUNGSVERKEHR

Vorsicht bei Geldüberweisungen nach China

Seit geraumer Zeit häufen sich bei den Büros der Außenhandelskammern (AHK) in China Anfragen deutscher Unternehmen bezüglich falscher Kontoinformationen von Lieferanten.

Es scheint sich dabei um Hackerangriffe zu handeln, die per E-Mail gestellte Zahlungsanforderungen des Lieferanten abfangen und diese dann abgeändert mit gefälschten Kontoinformationen an den Käufer weiterleiten.

So gab zum Beispiel eine deutsche Firma eine Bestellung bei einem südchinesischen Schmucklieferanten mit Firmensitz in Hongkong auf. Sie erhielt aber die Kontodaten eines komplett anderen Besitzers, auf dessen Konto der Rechnungsbetrag dann fälschlicherweise überwiesen wurde. Der Fehler wurde erst bemerkt, als das Unternehmen aus Hongkong beim deutschen Käufer wegen der noch ausstehenden Zahlung anfragte.

Folgendes sollte daher beachtet und geprüft werden:

  1. Stammt die Zahlungsforderung von der selben E-Mail Adresse, mit der auch vorher bereits Kontakt bestand?
  2. Selbst wenn dies der Fall ist, sollte besonders Vorsicht geboten sein, falls der Kontakt ohne SSL-E-Mail Verschlüsselung läuft, was häufig bei kostenlosen E-Mail Anbietern wie „Yahoo“, „Hotmail“, „163.com“, „Sohu.com“ und anderen der Fall ist.
  3. Stimmt der Name des Kontoinhabers und der Ort des Bankkontos mit den ursprünglich übermittelten Kontakt- und Kontodaten des Lieferanten überein? Es sollten niemals Überweisungen an Privatkonten erfolgen.
  4. Ist der Schreibstil der E-Mail auffällig anders?
  5. Deckt sich die (Proforma)-Rechnung mit der von der Firma verwandten Schriftart, dem Stil  und der Kontaktadresse?
  6. Im Zweifelsfalle sollte unbedingt der Eingang der Rechnung und Details der Rechnung vom Lieferanten telefonisch noch einmal bestätigt werden.

Bei einer bereits getätigten Zahlung an ein falsches Konto sollte Kontakt mit der Bank aufgenommen werden. Sofern die Überweisung noch nicht auf der Gegenseite gebucht wurde, lässt sich die Transaktion beispielsweise noch abbrechen. Die Bank in China oder Hongkong kann in solchen Fällen leider selten helfen. Falls es für einen Abbruch der Transaktion schon zu spät sein sollte, kann eventuell nur noch über eine Strafanzeige bei den örtlichen Behörden etwas erreicht werden.

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