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HINTERGRUNDBERICHT

KMU lassen Qualifizierungsbedarf analysieren

In neun Monaten wurden in der Metropolregion Rhein-Neckar, in Thüringen, Lausitz, Ruhrgebiet und Baden-Württemberg mehr als 530 Betriebe im Rahmen einer Initiative zur Qualifizierungsberatung von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) von der Bundesarbeitsagentur kontaktiert. Fast 70 Prozent stehen entweder unmittelbar vor dem Beginn der Beratung, sind in den Beratungsprozess eingetreten oder haben ihn schon beendet.

Unerwartet starker Zuspruch
„Qualifizierungsverbünde für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)“ nennt sich die Initiative, die in Kooperation von der Initiative für Beschäftigung! (IfB!) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Juli vergangenen Jahres ins Leben gerufen wurde. Man wollte regionale Qualifizierungsverbünde von kleinen und mittelständischen Unternehmen aufbauen, sie bei der Personalentwicklung beraten und bei der Umsetzung von beispielsweise Weiterbildungen für Beschäftigte unterstützen. Ziel dabei ist es, Beschäftigung zu sichern und dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Das Ergebnis nach neun Monaten ist erfreulich: Die KMU nehmen die Beratung und Unterstützung durch einen externen Fachmann unerwartet stark in Anspruch.

Weiterbildung gegen Fachkräftemangel
Es gibt verschiedene Möglichkeiten dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. „Wir müssen alle Register ziehen und Potenziale ausschöpfen“, beschreibt Raimund Becker, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA), die für viele Unternehmen in Deutschland sich zuspitzende Situation. „Neben hochqualifizierten Arbeitnehmern aus dem Ausland und der weiterhin guten Qualifizierung von Arbeitslosen sieht er auch die Weiterbildung von bereits beschäftigten Arbeitnehmern als passende Antwort auf den Fachkräftemangel. „Viele Menschen arbeiten schon lange in Ihrem Unternehmen, haben häufig viel Verantwortung, könnten aber mit Sicherheit noch einiges mehr für sich und das Unternehmen erreichen, wenn sie zu Fachkräften qualifiziert würden.“ Auch Vorurteilen verschiedener Betriebe, dass Qualifizierungen eine hohe finanzielle Belastung durch u.a. die Ausfallzeit des Mitarbeiters mit sich bringen, erteilt Becker eine Absage: „Mittlerweile gibt es viele gute Angebote, die berufsbegleitend realisiert werden können, ohne unnötige Ausfallzeiten zu provozieren. Und genau hier setzen wir mit unserem Projekt an“.

Mittelstand bildet kaum weiter
KMU bilden ihr Personal nur in geringem Umfang weiter. Weiterbildung als Maßnahme der Personalentwicklung ist jedoch ein wesentlicher Faktor im Kampf gegen den sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Und Deutschland ist ein Land des Mittelstandes: 96 Prozent aller Betriebe haben weniger als fünfzig Beschäftigte. "Viele wissen nicht, dass in den Agenturbezirken Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen rund 250 000 oder 45 Prozent aller Arbeitnehmer in Unternehmen mit weniger als 200 Beschäftigten tätig sind", begründete die Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland, Heidrun Schulz das Modellprojekt.
Der Hauptgrund für das zurückhaltende Qualifizierungsverhalten von KMU ist, dass sie zumeist keine Personalabteilung haben, die sich um systematische Bildungspläne und Weiterbildungsangebote kümmert, sich mit den verschiedenen Möglichkeiten der Arbeitsförderung auskennt und mit regionalen Arbeitsmarktakteuren zusammenarbeitet, so die Vermutung der Initiatoren.
„Dabei ist eine systematische Personalplanung und -entwicklung inklusive regelmäßiger Qualifizierung der Beschäftigten das A und O, um in Hinblick auf die demographische Entwicklung und den drohenden Fachkräftemangel wettbewerbsfähig zu bleiben und Deutschland als Standort für Hochtechnologien und Innovationen zu halten“, weiß Udo Bekker, Personalvorstand der Vattenfall Europe AG und IfB!-Lenkungskreismitglied.

Seite 1: Qualifizierungsberatung

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