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ZWEI NICHT SCHLECHTER ALS DREI

Auch zweijährige Berufe schaffen Fachkräftenachwuchs

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) hat eine Untersuchung zu „Strukturen und Entwicklungen der zweijährigen Ausbildungsberufe des dualen Systems" durchgeführt. Datenbasis für die Studie waren die BiBB-Erhebung über die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30.09.2010 und die Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31.12.2010).

Der Anteil der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in zweijährigen Berufen betrug im Jahr 2010 bundesweit 9,7 %, nachdem er in den 90er Jahren bis auf 3 % gesunken war. In Ostdeutschland beträgt der Anteil derzeit 14,3 %, in Westdeutschland 8,8 %. 1,7 % der abgeschlossenen Verträge sind überwiegend öffentlich gefördert. Demnach handelt es sich bei 8 % der Ausbildungsverträge um rein betriebliche Ausbildungen.

In zweijährigen Ausbildungsberufen befinden sich überwiegend Auszubildende mit niedrigen Schulabschlüssen. Im Durchschnitt aller zweijährigen Berufe haben über zwei Drittel der Auszubildenden maximal einen Hauptschulabschluss, bei den übrigen Berufen sind es weniger als ein Drittel.

Die Ausbildungsabsolventen von zweijährigen Ausbildungsberufen sind durchschnittlich älter, weil sie vor der betrieblichen Ausbildung häufiger an berufsvorbereitenden Maßnahmen teilgenommen haben. Zudem haben Absolventen einer zweijährigen Ausbildung fast doppelt so häufig eine fremde Staatsangehörigkeit im Vergleich zu Absolventen von drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen.

Die Quote der vorzeitigen Vertragsauflösungen ist bei Absolventen von zweijährigen Ausbildungsberufen mit 28 % höher als bei Absolventen von drei- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungsberufen (21 %). Dies liegt vor allem am hohen Anteil der Auszubildenden mit Hauptschulabschluss. Bei dieser schulischen Vorbildung sind die Auflösungsquoten in allen Ausbildungsberufen wesentlich höher.

Auszubildende in zweijährigen Berufen bestehen etwas weniger häufig die Prüfung als Auszubildende in drei- oder dreieinhalbjährigen Berufen. Auch dies hat mit der schulischen Vorbildung der Auszubildenden von zweijährigen Berufen zu tun.

Insgesamt setzen 28 % der Absolventen von zweijährigen Ausbildungsberufen die Ausbildung in einem drei- oder dreieinhalbjährigen Beruf fort. Die Übernahmequote direkt in Beschäftigung ist aber nicht geringer als bei anderen Berufen, so dass auch zweijährige Berufe passgenauen Fachkräftenachwuchs hervor bringen.

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DOKUMENT-NR. 21654

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